„Aufreger der Woche“
vom 28.09.2018

(jg) – Unter dieser Rubrik hat der Hauptverband für Traberzucht neuerdings eine „Informationsoffensive“ gestartet.

Schön und gut möchte man meinen, doch so mancher Aufreger ließe sich vermeiden, wenn der HVT im voraus Transparenz zeigen würde.

Der erste Aufreger galt, welch Ehre, unserem Artikel „Wolle mer se reinlasse?“ v. 4. September. Hierzu schrieben wir in Bezug auf die geplante Neufassung der Mitgliedschaft: „Züchtern mit Wohnsitz im Ausland, die deutsche Traber züchten, soll der Zugang zur Mitgliedschaft verwehrt werden.“ Der Satz sollte eigentlich unmissverständlich sein.

Der HVT jedoch macht aus unserer Botschaft folgendes: „...dass künftig sämtliche Züchter ihren Wohnsitz in Deutschland haben müssen, um ihre Fohlen als deutsche Inländer registrieren zu lassen.“ Wie kann man, ohne dass einem die Schamröte ins Gesicht steigt, eine derart blödsinnige Interpretation zu Papier bringen?

Des Weiteren behauptet der HVT, eine Mitgliedschaft im Verband konnten und können in Zukunft nur Züchter haben, die ihren Betriebssitz in Deutschland oder der Republik Polen besitzen. Inhaltlich bestätigt der HVT damit unsere obige Aussage, dass er Züchtern mit Wohnsitz im Ausland die Mitgliedschaft verwehrt.

Traber-News.com ist allerdings der Meinung, dass der HVT in der Sache irrt. Züchter mit Wohnsitz im Ausland, die ihre Fohlen als deutsche Inländer registrieren lassen, dürfen sehr wohl Mitglied im Zuchtverband werden.

Wir verweisen auf den § 8 der Satzung und § 19 der Zuchtbuchordnung. § 8 der Satzung besagt, Mitglieder des HVT können sein:
Jeder Züchter, der zur Mitwirkung an einwandfreier züchterischer Arbeit bereit ist, hat das Recht auf Erwerb der Mitgliedschaft. Züchter im Zuständigkeitsbereich des HVT im Sinn dieser Bestimmung ist, wer nach § 19 Abs. 2 und 3 ZBO im Züchterregister des HVT eingetragen ist und in den letzten fünf Jahren vor dem Jahr der beantragten Mitgliedschaft als Züchter von mindestens zwei Pferden nach § 19 Abs. 2 und 3 ZBO in das Züchterregister des HVT eingetragen wurde.“

§ 19 Abs. 2 und 3 Zuchtbuchordnung lautet:
Als Züchter eines im Zuständigkeitsbereich geborenen Inländers trägt der HVT den eingetragenen Besitzer seiner Mutter zum Zeitpunkt der Fohlengeburt ein.“
Als Züchter eines außerhalb des Zuständigkeitsbereich geborenen Inländers trägt der HVT den einführenden Besitzer seiner Mutter ein, sofern folgende Voraussetzungen erfüllt werden:
Erwerb der Mutter vor der Geburt des Fohlens durch den einführenden Besitzer. Der Erwerb ist anhand einer Bestätigung der Herkunfts-Züchtervereinigung nachzuweisen.“

Der Sachverhalt ist m.V. eindeutig. Der Zusatz „im Zuständigkeitsbereich des HVT“ wird in § 19 der Zuchtbuchordnung erläutert. Er bezieht sich allein auf das zu registrierende Fohlen. Keineswegs auf den Betriebssitz des Züchters. Davon ist nirgends die Rede.

Nach Recherchen von Traber-News.com sind die für 2018 prognostizierten Rechts- und Beratungskosten des HVT in den letzten 10 Jahren um 550 Prozent (!!!) auf Rekordniveau explodiert. Wie lange kann sich der Verband diesen Wahnsinn noch erlauben?