Breeders Crown-Splitter
vom 23.09.2015

(jg) – Das Breeders Crown-Wochenende in Berlin verspricht nicht nur spannenden Sport, sondern auch viel Geld für die Aktiven.

Insgesamt 423.580 Euro Rennpreise gelangen in diesem Jahr zur Ausschüttung. Eingezahlt ausschließlich von Züchtern und Besitzern! Das sollte man nicht vergessen.

18 Breeders Crown-Rennen 2015:
2j. S: 1 Hauptrennen + 1 Entlastungsrennen (19 Starter) = 28.735 Euro
2j. H/W: 1 Hauptrennen + 1 Entlastungsrennen (19 Starter) = 28.735 Euro
3j. S: 1 Hauptrennen + 1 Entlastungsrennen (19 Starter) = 44.098 Euro
3j. H/W: 1 Hauptrennen + 2 Entlastungsrennen (29 Starter) = 44.096 Euro
4j. S: 1 Hauptrennen (10 Starter) = 57.924 Euro
4j. H/W: 1 Hauptrennen + 1 Entlastungsrennen (22 Starter) = 57.924 Euro
Ältere S: 1 Hauptrennen + 2 Entlastungsrennen (26 Starter) = 81.034 Euro
Ältere H/W: 1 Hauptrennen + 2 Entlastungsrennen (36 Starter) = 81.034 Euro

Der Rennveranstalter ist verantwortlich für die Züchterprämie von 15 Prozent (63.537 Euro), die mit 50.000 Euro gedeckelt ist. Uns würde interessieren, ob die Züchter den Differenzbetrag von 13.537 Euro aus dem mit Züchterprämien gespeisten Zuchtfonds quasi selbst finanzieren? Umso unverständlicher, dass die Züchter, quasi Mitsponsoren der Rennen, im Rennprogramm keine namentliche Berücksichtigung finden.

Eine legitime Forderung wäre eine transparente Abrechnung der Breeders Crown-Einsätze und –Rennpreise nach Jahrgängen. Zumal die Rennpreisabrechnungen des HVT und auch des Berliner Rennvereins in letzter Zeit Anlass zur Kritik geben. Wir erinnern an die Zirkelrennen und die Derby-Dotation.

Die Breeders Crown-Bestimmungen sehen vor, dass die Dotationen der Zweijährigen-Rennen 25 Prozent des aktuellen Pools betragen, die Dreijährigen 33 Prozent erhalten, die Vierjährigen die Hälfte des aktuellen Pools und die älteren Pferde den gesamten aktuellen Pool. Vielleicht sollte man angesichts der Nachteile, die jungen deutschen Pferden bezüglich eines Starts in Frankreich entstehen (Stichwort: Mindestgewinnsumme), aber auch als wichtiger Anreiz zum Kauf junger Pferde, über einen neuen Verteilungsschlüssel nachdenken.

Züchter mit Wohnsitz in Deutschland sind in den Breeders Crown-Hauptrennen 2015 zu 65 Prozent beteiligt. 30 Prozent der Züchter stammen aus Holland und weitere fünf Prozent aus Frankreich, Dänemark und Italien. Nachstehende sechs Züchter sind in den Hauptläufen mit mindestens zwei Produkten vertreten.

Max Schwarz 5 Starter
Dr. Friedrich Gentz 4 Starter
Heinrich Gentz 4 Starter
Peter ter Borgh 3 Starter
Dragon Trotters 3 Starter
Hans-Ulrich Bornmann 3 Starter

Die Vaterpferde sind durch eine breite Palette repräsentiert. US-Vaterpferde (27 Starter) und französische Vererber (26 Starter) halten sich in etwa die Waage. So etwas hat es in der deutschen Traberzucht seit Menschengedenken nicht gegeben. Die meisten Produkte in den Hauptrennen besitzen:

Love You (FR) 14 Starter
Muscles Yankee (US) 4 Starter
Oscar Schindler Sl (DE) 4 Starter
Main Wise As (IT) 3 Starter
Quite Easy (US) 3 Starter

Natürlich wirft die Breeders Crown auch Fragen auf, auf deren Antworten die Trabergemeinde wartet. Uns zum Beispiel interessiert:

- Gewinnt Indira Bo ihre zweite Breeders Crown?

- Gewinnt Stacelita ihre dritte Breeders Crown?

- Verteidigt Louisdor seinen Breeders Crown-Titel?

- Gewinnt Georgina Corner ihre dritte Breeders Crown?

- Werden Abasi, Red Riding Hood und CC Rider zum zweiten Mal gekrönt?

In den ersten Jahren der Breeders Crown-Serie war ein Bonus ausgelobt worden, falls ein Pferd vier Breeders Crown-Hauptrennen siegreich beenden würde. Seit Einführung der Breeders Crown 1998 hat dies kein Teilnehmer geschafft.

Erfreulich ist, dass in diesem Jahr, trotz vorgezogenem Termin, zwei Entlastungsrennen für den jüngsten Jahrgang ausgetragen werden. Dafür treffen sich die vierjährigen Stuten nur zu einem einzigen Rennen. Das hat es bislang noch nie gegeben. Wir erinnern uns, dass das letztjährige Stuten-Derby noch sechs Vorläufe besaß. Erfreulich auch, dass über Samstag und Sonntag drei Breeders Crown Rennen mit über 50.000 Euro dotiert sind und somit als Gruppe 2-Rennen eingestuft werden.

Wenn viel Geld im Spiel ist, sollte der Veranstalter für bestmögliche Transparenz sorgen. Dies allein schon aus Marketinggründen. Eine öffentliche Auslosung mit Bildübertragung wäre hilfreich, um Spekulationen vorzubeugen. Auffällig ist, dass bestimmte Top-Rennställe in den Hauptrennen oftmals Startnummern nach Maß zugelost bekommen, während andere Besitzer in Berlin immer wieder Handicap-Nummern erhalten. Einer Wahrscheinlichkeit jedenfalls entspricht es nicht, dass ein Besitzer zum dritten Mal in Folge zufällig den schlecht möglichsten Startplatz erhalten hat.

Transparenz beginnt für Traber-News.com schon bei der Starterangabe. Ist es möglich, dass noch Stunden nach der Starterangabe, unter Beisein des HVT-Präsidenten, an Rennen „gebastelt“ worden ist?

Was nicht geht ist, dass sich nur wenige Pferde für ein Hauptrennen bewerben, so dass es im Grunde genommen nicht durchgeführt werden kann. Der große Rest möchte „nur“ in die Entlastung, wie z.B. Fridericus und Stanislawski. Fridericus ist überdies noch Breeders Crown-Titelverteidiger. Beide Pferde stünden nach Lebensgewinnsumme im Hauptrennen direkt hinter Derby-Sieger Dream Magic BE an zweiter und dritter Stelle. Da werden die Besitzer und Züchter der jetzigen Gegner von Fridericus und Stanislawski den Begriff „Entlastungsrennen“ wohl neu definieren müssen.

Ein Vorschlag unsererseits, wie es anders gehandhabt werden könnte: Sämtliche Pferde eines Jahrgangs müssen bei Starterangabe in das Breeders Crown-Hauptrennen eingeschrieben werden. Die maximale Anzahl Starter für das Hauptrennen werden nach einem Schlüssel aus Lebensgewinnsumme und aktuellen Gewinnen und Rekorden der vergangenen sechs Monate ermittelt. Das würde interessante, ausgewogene und leistungsgerechte Felder erbringen und auch der zweiten Garnitur eine faire Chance ermöglichen.