Das darf doch nicht wahr sein?
vom 25.06.2015

(jg) – Eine neue Debatte um die Erträge der Buchmacherwette hat den Pferdesport erfasst.

Während der Pferderennsport in Deutschland weiterhin am Tropf privater Geldgeber hängt und Rennbahnen vor der Schließung stehen, diskutieren die Pferdesportverbände derzeit mit deutschen Beamten über die Auslegung deutscher Gesetze. Angeblich soll der Fiskus Millionen Euro durch Pferdewetten vereinnahmt haben und beansprucht den größten Teil hiervon für sich.

Der Faktencheck
Eine Online-Buchmacherwette eines deutschen Wetters auf ein deutsches Pferderennen bei einem Buchmacher mit Geschäftssitz in Deutschland ist eine Pferdewette, die der Buchmachersteuer unterliegt und an der alle deutschen Rennveranstalter durch Rückvergütung profitieren.

Nach unseren Informationen soll es diesen Typ von Online-Buchmacher aber nicht geben (Geschäftssitz in Deutschland). Vom stationären Buchmacher mit Ladengeschäft soll bislang als einziges Bundesland Nordrhein-Westfalen die von den NRW-Buchmachern gezahlte Steuer an die NRW-Rennvereine ausgeschüttet haben.

Eine Online-Buchmacherwette eines deutschen Wetters auf ein deutsches Pferderennen bei einem Buchmacher mit Geschäftssitz außerhalb Deutschlands ist nach Auslegung des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) keine Pferdewette, sondern eine Sportwette, an der kein deutscher Rennveranstalter profitiert, sondern einzig und allein der deutsche Fiskus.

Hiergegen kämpfen Vertreter des deutschen Pferderennsports mit dem Slogan: Pferdewette bleibt Pferdewette!

Online-Wetten eines deutschen Wetters auf ausländische Pferderennen, egal ob der Buchmacher oder Wettvermittler seinen Geschäftssitz in Deutschland oder im Ausland führt, werden ebenfalls als Sportwetten betrachtet. Profiteur ist auch hier einzig und allein der deutsche Fiskus.

Wenn die Zukunft des Pferdesports in Deutschland auf dieser Gesetzeslage basieren soll, dann Gute Nacht! Wir sprechen hier wahrscheinlich von Millionen, die dem Pferdesport in Deutschland wieder auf die Beine verhelfen könnten. Sind dies die Millionen, von denen der HVT-Präsident vor wenigen Wochen noch auf seiner "Wahlkampftour" verheißungsvoll sprach?

Die Aktiven und Verbände beider Lager, Galopp und Trabrennsport, sollten sich Maßnahmen überlegen, um die Politik von diesem Irrweg abzubringen. Der deutsche Pferderennsport wäre um eine Hoffnung ärmer.