Das HTZ blickt in die Zukunft
vom 12.11.2015

(jg) – Das Präsidium des Hamburger Trab-Zentrums lud diese Woche zu einer Info-Veranstaltung ein. Themen waren u.a. die Renntagsplanungen 2016, die Zusammenarbeit mit dem HVT und die geplante Doppelrennbahn in Hamburg-Horn.

Renntagsplanungen 2016
Geschäftsführer Klaus Koch berichtete, dass das HTZ für 2016 mit mindestens 26 Rennveranstaltungen plant. Es sollen überwiegend Sonntagsveranstaltungen werden, was aus den Reihen der Vereinsmitglieder auf Zustimmung traf. Dem HVT sind die Terminwünsche bereits am 26. August zugeleitet worden.

Klaus Koch betonte aber auch, dass es sich hierbei zunächst um Planungen und Wünsche handelt. Am 26. November soll es in Berlin zu einem Spitzentreffen der deutschen Trabrennveranstalter kommen, um die Interessen des gesamten Trabrennsports unter einen Hut zu bringen. Erst danach würde man konkret über die Terminierung gehobener Rennen nachdenken. Die in Eigenverantwortung ausgeschriebenen Jahreshöhepunkte sollen bestehen bleiben.

Zusammenarbeit HVT
Das angespannte Verhältnis des HTZ mit dem HVT-Präsidenten versuchte HTZ-Vorstandsmitglied Niels Thomsen mit Brücken bauenden Worten zu entspannen. „Wir müssen aufeinander zugehen,“ sagte Niels Thomsen, brachte aber auch zum Ausdruck, „Ohne uns im Norden geht es nicht!“ HTZ-Präsident Dr. Jörg Verstl ließ wissen, dass er mehrmals vergeblich versucht habe, den HVT-Präsidenten telefonisch zu erreichen. Seiner Bitte auf Rückruf sei bis heute nicht nachgekommen. Mit dieser Erfahrung steht Dr. Jörg Verstl nicht allein.

Zum Thema PMU äußerte sich Niels Thomsen, dass man von Seiten des HTZ grundsätzlich bereit sei, PMU-Veranstaltungen auszutragen. „Allerdings nur wenn es uns passt, nicht wie es gerade Frankreich passt!“

Doppelrennbahn Hamburg-Horn
Das weitaus meiste Interesse beanspruchten natürlich die Pläne bezüglich des geplanten Neubaus einer Trabrennbahn auf dem Gelände der Galopper in Hamburg-Horn. Hierzu referierte Frau Elisabeth Kiausch, Mitglied im HTZ-Vorstand. Als Gäste wurden Frau Ilona Vollmers, Schatzmeisterin des Hamburger Renn-Clubs, und Frau Susanne Putensen begrüßt.

Frau Kiausch gab unmissverständlich zu verstehen, dass die Entscheidung der Stadt Hamburg, das bestehende Pachtverhältnis über das Gelände in Bahrenfeld zum 31. März 2017 zu kündigen, unabänderlich sei. „Es ist illusorisch anzunehmen, dass wir hier bleiben können,“ sagte sie. Die Stadt benötige das Gelände u.a. zum Wohnungsbau.

Was nun folgte, waren zumeist Absichtserklärungen und weniger Fakten. Klaus Koch und Elisabeth Kiausch stellten den Entwurf einer 1000-Meter-Trabrennbahn mit einer zweistöckigen Tribüne in das Innenoval der Galopprennbahn vor. Der Entwurf stammt vom selben Ingenieur, der vor einigen Jahren das Renngeläuf in Bahrenfeld entworfen hat und das neue Geläuf soll von selber Qualität werden. Im übrigen soll so wenig als möglich am Gelände in Horn an sich verändert werden. Bedenken wegen des moorigen Untergrunds wurden als unbegründet zurückgewiesen.

Frau Vollmers führte aus, dass der Hamburger Renn-Club eine Renovierung des Galoppbereichs plant. Bekanntlich ist das Galopp-Derby in Hamburg-Horn erst unlängst Objekt der Begierde anderer deutscher Galopp-Rennvereine gewesen, so dass Investitionen in Geläuf und Baulichkeiten unvermeidbar sind. Nach dem Horner Derby 2016 könnte mit Umbauarbeiten begonnen werden.

Ein anderer Planungsentwurf, der die Trabrennbahn parallel zur Galopprennbahn projektiert, ist praktisch vom Tisch. Dieser war aus Sicht der Traberfreunde wegen der großen Distanz zum Geläuf nicht akzeptabel. Auffällig positiv war das Bemühen beider Fakultäten auf eine gemeinsame Zukunft in Hamburg-Horn. Frau Vollmers gab gegenüber Traber-News.com zu verstehen, dass sie sich durchaus gemischte Rennveranstaltungen vorstellen könnte und brachte es dann auf den Punkt, „Beide Sportarten sollen in Hamburg bleiben, daran arbeiten wir!“

Doch bis dahin müssen noch viele Steine aus dem Weg geräumt werden, z.B. die Finanzierung des Objektes. Die Bürgerschaft der Stadt Hamburg muss erst noch die Mittel beschließen, die zum Bau bzw. Umbau des Horner Geländes benötigt werden. Dies wird voraussichtlich nicht vor Frühjahr 2016 geschehen. Frau Kiausch ließ durchblicken, dass die Stadt die Doppelrennbahn will und wahrscheinlich zu Konzessionen bereit sei, sollte die geplante Rennbahn zum 1. April 2017 nicht bezugsfertig sein. Jedem ist klar, dass eine längere Unterbrechung des Rennbetriebs das wahrscheinliche Ende des Trabrennsports im Norden bedeuten würde.

Unbeantwortet blieb die Frage nach einem zukünftigen Betreiber des Geländes. Beide Fakultäten, Trab wie Galopp, besitzen den frommen Wunsch nach einer größeren Unabhängigkeit von Sponsoren im allgemeinen. Trotzdem schätzt man sich beim HTZ glücklich über die Zusage der Gesellschaft zur Förderung des Pferdesports (Familie Herz), den Hamburger Trabrennsport auch über die Zeit in Hamburg-Bahrenfeld hinaus zu unterstützen.