Der Kommentar
vom 17.05.2016

(jg) - HVT-Mitglied Immo Müller hat mit der Veröffentlichung seines Resümee über die jüngste HVT-Mitgliederversammlung einen mutigen und richtigen Schritt getan. Dafür gebührt ihm Dank und Anerkennung seitens der großen Mehrheit der am Sport Teilhabenden.

Die Mitgliederversammlung des Hauptverbandes für Traberzucht ist nicht öffentlich. Gäste und Presse sind nicht zugelassen. Diese Handhabung existiert erst, seitdem der Präsident Heinz Tell heißt. Es ist zwar richtig, dass ein Verein über die Öffnung seiner Mitgliederversammlung selbst entscheiden darf, aber der HVT ist kein Verein im üblichen Sinne. Er ist kein geschlossener Zirkel. Er ist der Hauptverband für Traberzucht und regelt die Zuchtarbeit, den Rennbetrieb und den gesamten Zahlungsverkehr aller am Trabrennsport teilnehmenden Personen. An den Entscheidungen des Verbandes hängt das Wohl und Wehe des gesamten Trabrennsports in Deutschland ab.

Die Möglichkeit der Mitgliedschaft im HVT ist nur einer sehr kleinen, selektierten Gruppe von Personen zugänglich. Man muss innerhalb von fünf Jahren mindestens zwei Traberfohlen gezüchtet haben. Wer diese Anforderung trotz Mitgliedschaft nicht länger erfüllt, wird konsequent hinausgeworfen. Die Zahl der aktuellen Mitglieder wird auf ca. 50 bis 60 Züchter geschätzt.

Die große Mehrzahl der Traber-Besitzer, -Trainer und -Fahrer ist von der Mitgliedschaft ausgeschlossen. Über ihre Anliegen, die Existenzen berühren können, wurde von maximal 28 Personen entschieden, die auf der jüngsten Mitgliederversammlung zugegen waren.

Den Mitgliedern wird eingebläut, dass alles Besprochene vertraulich sei. Sogar bei Züchtertreffen der angeschlossenen Mitgliedsvereine soll der zuständige Vorstand darauf achten, dass auf der HVT-Mitgliederversammlung besprochene Zahlen und Fakten nur für die Augen und Ohren von HVT-Mitgliedern bestimmt sind. HVT-Nichtmitglieder sollen quasi vorübergehend vor die Tür geschickt werden. Dies ist kein Witz! So wurde es tatsächlich vermittelt.

Über gewisse Zahlen wird im Hauptverband überhaupt nicht mehr informiert (Stichwort: Zuchtfonds), andere werden nur noch gebeamt. Es könnte ja sein, dass jemand ein Schriftstück mit nach Hause nehmen will.

Das geht nimmer. Selbstverständlich besteht ein öffentliches Interesse an den Hergängen der Mitgliederversammlung des Traberverbandes.

Es grüßen

"Das Gesocks"

Jürgen Gaßner / Dieter Kerbaum