Deutschland: Land der Doper und Schurken?
vom 01.03.2017

(jg) – Im deutschen Trabrennsport sind in den vergangenen Monaten eine Vielzahl von Dopingfällen aufgedeckt worden. Das ist zum einen eine gute, zum anderen aber auch eine schlechte Nachricht.

Eine Gute, weil es zeigt, dass das Kontrollsystem funktioniert. Eine Schlechte, weil jeder Dopingfall dem Trabrennsport einen ungeheuren Imageschaden zufügt. Aber ist der deutsche Trabrennsport wirklich Doping verseucht? Wir haben da unsere Zweifel. Nicht jeder aufgedeckte Dopingfall kann in die Kategorie „Manipulation“ eingeordnet werden. Wir sind der Ansicht, nur ein sehr kleiner Prozentsatz der aufgedeckten Fälle ist kriminell.

Leider herrscht im deutschen Trabrennsport keine Transparenz. Die jüngst aufgedeckten Fälle liefern keine Angaben, welche Substanzen gefunden wurden, noch in welcher Menge. Ein Betroffener teilte uns mit, dass ihm als Besitzer des Pferdes die Auskunft verweigert worden sein soll, in welcher Konzentration der nachgewiesene Wirkstoff ermittelt wurde. Das macht nachdenklich.

Von den führenden Traber-Nationen in Skandinavien und Frankreich sind wir umfassende Transparenz gewohnt. Der Wirkstoff und die ermittelte Konzentration werden veröffentlicht. Und das ist gut so. Wir wollen nicht lernen wie man dopt, sondern wie man ein Malheur vermeiden kann. Das Sportpferd ist unbestritten ein Leistungssportler, das bestmögliche medizinische Versorgung verdient. Selbstverständlich im Rahmen des Tierschutzes.

Die meisten sogenannten Dopingfälle im deutschen Trabrennsport beruhen unseres Erachtens auf Unwissen bzw. Sorglosigkeit seitens der Versorger der Pferde. Bewusstes Doping zwecks Vorteilerlangung ist sicherlich die Ausnahme. Das Thema Doping sollte differenzierter betrachtet werden.