Dicke Luft in Amerika
vom 07.09.2015

(jg) – Über einen bemerkenswerten Vorfall diskutierte Amerikas Trabersportgemeinde vergangenes Wochenende anlässlich des mit 500.000 Dollar dotierten Yonkers Trot.

Was war geschehen? Yannick Gingras mit Hambletonian-Sieger Pinkman hatte nach Ansicht des norwegischen Trainer und Fahrers Trond Smedshammer dessen Pferd Buen Camino ausgangs des letzten Bogens bedrängt. Dabei soll es zu einer Behinderung gekommen sein. Im Zuge des Vorfalles war das hinter Smedshammer postierte Pferd Billy Flynn ebenfalls in Not geraten und im Galopp in die „passing lane“ ausgewichen. Das alles erinnerte in Teilen an einen Vorfall in der Derby-Woche dieses Jahr in Berlin.

Trond Smedshammer legte gegen den Zweitplatzierten Yannick Gingras mit Hambletonian-Sieger Pinkman Protest ein. Dem Protest wurde nach 20 minütiger Beratung der Jury stattgegeben. Pinkman wurde vom zweiten auf den fünften Rang zurückversetzt und Pinkmans Stallgefährte French Laundry vom vierten auf den sechsten Platz. Eine Regel im Staat New York besagt, dass der Stallgefährte des Pferdes, von dem die Behinderung ausgegangen ist, hinter dem Pferd zurückgesetzt werden muss, das für die Behinderung verantwortlich war. Auch dies erinnert an einen Vorfall vor Jahren in Deutschland.

Profiteure waren Ake Svanstedt, dessen Southwind Mozart vom zweiten auf den dritten Rang vorrückte, und die beiden behinderten Teilnehmer Buen Camino (Trainer Trond Smedshammer) und Billy Flynn (Trainer Staffan Lind) als Dritter bzw. Vierter.

Trainer Jimmy Takter und Fahrer Yannick Gingras sollen vor Wut geschäumt haben. Yannick Gingras war sich keiner Schuld bewusst und gab zu verstehen, dass derartige Vorfälle in fast jedem Rennen vorkämen. Jimmy Takter stieß besonders übel auf, dass der Protest nicht von der Jury kam, sondern vom „Kollegen“ Trond Smedshammer. Seine anschließende unsportliche Kommentierung, Smedshammer habe es wohl nötig, so wie Smedhammers Rennstall derzeit operiere, stellt Takter kein gutes Zeugnis in Bezug auf Anstand und Benehmen aus. Wir haben das Rennen als Link beigefügt.

Aber vielleicht lag Jimmy Takter noch der Ärger im Magen, der ihn wenige Stunden zuvor ereilt hatte. Am selben Abend hatte sich Takter als Fahrer seiner Pferde The Bank und Smexi in den mit 350.000 Dollar dotierten Pennsylvania Sires Stakes Finals in Pocono eingeschrieben. Kurzfristig war ihm die Ausführung der Fahrten untersagt worden, da eine Regel bestehen soll, dass ein beteiligter Fahrer kein weiteres Pferd im Rennen besitzen dürfe. Das kommt bei Takter selten vor, der bei fast allen Pferden seines Stalles Mitbesitzer ist und in beiden 350.000 Dollar-Rennen mit The Bank und Uncle Lasse bzw. Smexi und Wild Honey jeweils zwei Starter am Ablauf besaß. The Bank gewann das Rennen in der Hand von Jim Morrill , während Smexi unplatziert endete.

Yonkers Trot:

https://www.youtube.com/watch?v=0cq59l-4PQo