Die Geschichte des Prix d’Amerique in Zahlen
vom 27.01.2016

(jg) – Als 1920 der erste Prix d’Amerique zur Austragung gelangte, war dies der Dank des französischen Volkes an die Amerikaner für ihre Unterstützung im Ersten Weltkrieg (1914-1918).

In diesem Jahr wird der Prix d’Amerique zum 95. Mal ausgetragen. Zweimal, während der Kriegsjahre 1940 und 1941, musste das Rennen ausfallen. Von 1945 bis 1947 wurde es auf der Rennbahn von Enghien entschieden. 1946 mit zwei Vorläufen und einem Entscheidungslauf. Traber-News.com möchte die Historie dieses Rennens, das wertvollste Trabrennen Europas, anhand von Zahlen und Statistiken darstellen.

Hengste und Stuten
Beginnen wir mit dem Geschlecht der bisherigen Sieger. Das Rennen ist offen für vier- bis zehnjährige Hengste und Stuten aller Länder. Wallache sind ausgeschlossen. 71 Hengste sind in der Siegerliste des Prix d’Amerique eingetragen. 23 Mal triumphierten Stuten. Das ergibt ein Verhältnis von ungefähr 3:1. Der letzte Sieg einer Stute datiert allerdings aus dem Jahr 1999. Das war Moni Maker. Seit 16 Jahren dominieren also Hengste dieses Rennen. Die vor wenigen Wochen abgetretene Roxane Griff war die letzte Stute, die einem Sieg greifbar nahe war. Sie belegte 2012 den zweiten Rang hinter Ready Cash.

Das Alter
Nur zwei Pferde konnten bislang den Prix d’Amerique im Alter von vier Jahren gewinnen. Das waren 1935 Muscletone und 1938 De Sota. Wahrscheinlich ein Rekord für die Ewigkeit. Bis 1954 war der Prix d’Amerique noch ein Zulagen-Rennen. Ehemalige Prix d’Amerique-Sieger mussten ihren Kontrahenten Vorgabe leisten. So ist es verständlich, dass immerhin 14 Pferde im Alter von fünf Jahren siegreich waren. In jüngster Zeit gelang dies 2007 Offshore Dream. Dann müssen wir bis ins Jahr 1992 zurückschauen, um mit Verdict Gede einen weiteren Fünfjährigen in der Siegerliste des Prix d’Amerique zu entdecken.

Mehrfach-Sieger
Doppelsieger hat es in der Geschichte des Prix d’Amerique einige gegeben. Früher war dies auf Grund von Zulagen schwieriger, wie wir bereits erwähnten. 20 Pferde gewannen den Prix d’Amerique mindestens zweimal, drei Pferde dreimal und ein Pferd triumphierte sogar viermal.

Der erste Doppelsieger war 1920 und 1921 Pro Patria, der bislang letzte heißt Ready Cash, der 2011 und 2012 siegte. Das erste Triple gelang 1926, 1927 und 1928 Uranie. Roquepine machte es ihr 1966, 1967 und 1968 nach. Auch Bellino II gelang 1975, 1976 und 1977 dieses Kunststück. Gar viermal, 1986, 1987, 1988 und 1990, triumphierte Ourasi. Er gilt daher als König. Nach Ourasi haben wir keine Triplette mehr erleben dürfen.

Nationalität
Die erfolgreichste Trabernation in der Siegerliste des Prix d’Amerique ist Frankreich mit 70 Erfolgen. 24 Mal siegten Pferde anderer Nationalitäten. Allen voran amerikanische Pferde, die 15 Sieger stellen. Der bislang Letzte war Moni Maker 1999. Vier Sieger entstammen der schwedischen Traberzucht. Maharajah war 2014 der letzte nicht französische Sieger.

Erfreulicherweise ist auch die deutsche Traberzucht mit zwei Pferden in der Siegerliste des Prix d'Amerique vertreten. Permit gewann 1953 und Abano As gelang das gleiche Meisterstück 50 Jahre später. Die Siege von Walter Dear 1934 und Sea Cove 1994, zwar im deutschen Eigentum, sind statistisch der amerikanischen Zucht zuzuordnen. Die restlichen drei Prix d’Amerique-Sieger, die als Gastpferde das Rennen gewannen, stammen aus Italien.

Vaterpferde
Auf Grund des Vierfach-Siegers Ourasi ist dessen Vater Greyhound das siegreichste Vaterpferd in der Prix d’Amerique-Historie. Nur drei Hengsten ist es bislang gelungen, zwei Prix d’Amerique-Sieger zu stellen. Zum ersten Mal gelang dies Passeport, der selbst zweifacher Prix d’Amerique-Sieger war. Seine Töchter Amazone B und Nebuleuse V gewannen 1930, 1932 und 1943. Kairos machte es Passeport nach. Für ihn siegten Gelinotte und Hairos II 1956, 1957 und 1960. Dritter im Bunde ist Kerjacques. Seine Söhne Toscan und Eleazar siegten 1970 und 1980.

Mutterstuten
Noch nie ist es einer Zuchtstute gelungen, mehr als einen Prix d’Amerique-Sieger zu gebären. Fleurasie war nahe dran. Ihr Sohn Ourasi gewann bekanntlich viermal den Prix d’Amerique und ihre Tochter Vourasie war 1994 und 1995 Zweite und 1993 Dritte.

Stutenfamilien
49 Prix d’Amerique-Sieger entstammen Familien französischen Ursprungs. 44, also nur geringfügig kleiner, ist die Anzahl Prix d’Amerique-Sieger, die mütterlicherseits amerikanische Wurzeln aufweisen. Ein Prix d’Amerique-Sieger, die schwedische Stute Queen L., entstammt der dänischen Familienbegründerin Frigga.

Am häufigsten findet man Nachkommen der 1850 in Amerika geborenen Lady Pierce in der Siegerliste des Prix d’Amerique. Ihre Nachfahren Ourasi und Oyonnax gewannen insgesamt fünf Mal das Rennen. Die meisten unterschiedlichen Sieger weist die amerikanische Familienbegründerin Medio, geb 1887, auf. Die weltweit erfolgreichste Stutenfamilie stellte mit Nike Hanover (1964), Dart Hanover (1973), Sea Cove (1994) und Gigant Neo (2006) vier verschiedene Prix d’Amerique-Sieger.

Hengstlinien
Die erfolgreichste Hengstlinie im Prix d’Amerique ist diejenige von Hambletonian, geb. 1849. 47 Sieger gehen auf den Vater der amerikanischen Traberrasse zurück. 36 hiervon führen über den Peter the Great-Zweig, die restlichen gehen auf die Mc Kinney-Linie bzw. Axworthy zurück. Der französische Rassebegründer Fuschia, geb. 1883, besitzt 36 Sieger, seine Zeitgenossen Phaeton, geb. 1871, und Normand, geb. 1869, kommen auf zehn bzw. einen Sieger.

Der letzte Prix d’Amerique-Sieger, der nicht aus der Peter the Great-Hengstlinie stammt, war Offshore Dream. Es hat den Anschein, dass die Erfolge der Nachkommen des französischen Rassebegründers Fuschia der Vergangenheit angehören. Die Linien der anderen französischen Stammväter sind schon länger nicht mehr relevant.

Der Rennrekord
Erleben wir in diesem Jahr einen neuen Rennrekord im Prix d’Amerique? Das scheint auf Grund des bisher milden Winters nicht unmöglich. Die Rekordmarke von 1:11,9 stammt aus dem Jahr 2013 von Royal Dream. Lionel beispielsweise trabte bei seinem Sieg im Prix d’Ete 1:12,1 über die Prix d’Amerique-Distanz. Doch die Wahl von Franck Nivard ist Bold Eagle. Das lässt einiges erwarten.