Eine bedenkliche Entwicklung
vom 17.08.2017

(jg) – Die schwedische Wenngarn Sales 2017 am Montag und Dienstag zeigte einmal mehr, dass der schwedische Trabersport in zwei Klassen auseinander zu brechen droht.

Auf der einen Seite die Sensationskäufer mit Wahnsinnspreisen, auf der anderen Seite ernüchterte Züchter, denen der Boden entzogen zu werden droht. Ähnlich wie in der Fußball-Champions League, wo irrwitzige Transfersummen die Schlagzeilen bestimmen und kleinere Vereine immer mehr ins Hintertreffen gelangen. Die Kluft zwischen super reichen Investoren mit bis zu 100 Pferden im Training und den vielen Amateurtrainern ist in Schweden besonders ausgeprägt.

Vier Jährlinge knackten auf der Wenngarn Sale die Millionen-Grenze. Dies waren der Bold Eagle-Sohn Champ Lane, der für 1,4 Millionen Kronen an den Stall Timo Nurmos verkauft wurde, der Ready Cash-Sohn High Roller Sox für 1,2 Millionen Kronen an Peter Untersteiner, die Trixton-Tochter Someone Special As für 1,1 Millionen Kronen an Johan Untersteiner und der Muscle Hill-Sohn Gaylord Am, der für ebenfalls 1,1 Millionen Kronen an Kristian Lindberg verkauft wurde.

52 Jährlinge hingegen blieben ohne Gebot oder wurden von ihren Anbietern zurück ersteigert. Das ergibt 28 Prozent unzufriedene Züchter. Unter den zurückgenommenen Pferden befanden sich Nachkommen von bewährten Hengsten wie Dream Vacation, Broadway Hall, Zola Boko, Quite Easy, Classic Photo, SJ’s Caviar und Pine Chip. Das schmerzt sehr. Der Durchschnittspreis für 135 verkaufte Jährlinge lag bei 261.000 Schwedenkronen.

Als einziger deutscher Käufer trat der Stall Habo in Erscheinung, der sich die Timoko-Tochter Västerbo Parfair für 200.000 Kronen sicherte. 220.000 Kronen erhielt Christian Bünte für den Trixton-Sohn Manoftheday a.d. Queens. Angesichts hoher Investitionen in z.B. Decktaxen keineswegs ein glänzendes Geschäft.

Erwähnung verdient der Verkauf eines Muscle Hill-Shares zum sagenhaften Preis von 1,5 Millionen Schwedenkronen. Käufer war die französische Ecurie de l’empereur.