Floppt die Breeders Course-Rennserie?
vom 11.07.2017

(jg) – Die Rennen der Breeders Course-Serie scheinen speziell in Deutschland nicht gut anzukommen. Woran liegt das?

Die Urheber der Serie hatten die Idee, dem allgemeinen Geburtenrückgang von Trabrennpferden in Europa mit dem Angebot hochdotierter Rennen für zwei-, drei- und vierjährige Pferde entgegen treten zu müssen. Die Nennungsergebnisse für die Jahrgänge 2013, 2014 und 2015 waren beachtlich. Mehr als 6.500 Pferde sind gemeldet worden.

Die Durchführung der Rennen scheint aber problematisch. Die Breeders Course-Rennen sind nur schwer im überladenen europäischen Terminkalender einzugliedern. Traditionelle, nationale Jahreshöhepunkte, wie z.B. das Derby, machen der Breeders Course Konkurrenz.

Wir erinnern uns an die kurzfristige Absage eines Breeders Course-Rennens vergangenes Jahr in Gelsenkirchen, was dem Image dieser Rennserie sehr geschadet hat. Ungewöhnlich ist, dass trotz der Vielzahl nominierter Pferde, trotzdem auch nicht eingeschriebene Pferde an den Vorläufen teilnehmen dürfen. Das wissen offensichtlich viele Trainer und Besitzer nicht. Ein wenig erinnern uns die Breeders Course-Vorläufe an die ungeliebten Trial-Rennen in Deutschland, die ebenfalls nur auf geringes Interesse stoßen.

Auf Deutschland bezogen müssen wir feststellen, dass die Rennserie für dreijährige Pferde nicht mit den Saisonplanungen deutscher Ställe in Einklang zu bringen ist. Die Breeders Course-Finalrennen für dreijährige Pferde finden am 2. Juni bzw. 27. Juli statt. Die Vorläufe für das Deutsche Traber-Derby sind für den 30. Juli terminiert und das Finale am 6. August.

Am 7. Mai 2017 fand in Berlin ein Breeders Course-Vorlauf mit sieben Pferden statt. Der Sieger Mac Smiley besaß keine Breeders Course-Nennung und der Zweitplatzierte Pelle Barosso verzichtete auf eine mögliche Finalteilnahme um 120.000 Euro am 2. Juni in Wolvega.

Am 16. Juli werden wir in Berlin erneut einen Vorlauf für dreijährige Pferde erleben. Diesmal sind es sogar nur fünf Teilnehmer (von 2.134 gemeldeten Pferden!), die sich um das ausgelobte Preisgeld von 10.000 Euro bewerben. Einziger deutscher Vertreter ist New Dawn mit Thorsten Tietz, dem man im Deutschen Traber-Derby in drei Wochen eine reelle Siegchance einräumen muss. Auch New Dawn besitzt keine Breeders Course-Nennung und wird ungeachtet seines Abschneidens am Sonntag nicht am Breeders Course-Finale am 25. Juli in Jägersro (Schweden) teilnehmen können.

Das trifft vielleicht auch auf Flying Fortuna zu, der sich am 11. Juli in Jägersro als Zweitplatzierter für das Breeders Course-Finale qualifizierte. Wie soll man sich im Stall von Flying Fortuna entscheiden? Breeders Course am 25. Juli oder Derby-Vorlauf am 30. Juli? Oder beides?

Oder blicken wir zurück auf die Breeders Course-Rennen für zweijährige Pferde vergangenes Jahr. Die weitere Rennkarriere der an diesen Rennen teilgenommenen deutschen Pferde ist mehr als traurig zu bezeichnen.

Die erste Breeders Course-Serie begann am 6. August in Berlin. Immerhin elf Pferde versammelten sich am Start. Die Siegerin, Impressive Lady, machte ihrem Namen anschließend keine Ehre mehr. Die Stute gewann nur noch magere 240 Euro. Der Viertplatzierte, Einar von Haithabu, hat seitdem 600 Euro auf seinem Konto verbucht und der Fünftplatzierte, Komet Bo, 400 Euro. Allein der Zweitplatzierte Mc Arthur scheint die frühen Strapazen überwunden zu haben. Allerdings hat der Hengst nach dem Finallauf eine mehr als achtmonatige Rennpause eingelegt.

Ähnlich Erschreckendes gibt es über Happy Steel zu berichten, die Siegerin des Breeders Course-Vorlaufs am 9. Oktober in Hamburg. Die Stute hat seit ihrem Erfolg kein Rennen mehr ohne Fehler bestritten.