Gedanken zum U.E.T-Grand Prix
vom 19.10.2015

(jg) – Der jüngste U.E.T-Grand Prix am vergangenen Sonntag in Wolvega (Niederlande) hat mit Bold Eagle einen wahrlich großen Sieger gesehen.

Der vierjährige Bold Eagle wird in Frankreich bereits heute auf eine Stufe mit seinem Vater Ready Cash gestellt. Sogar Vergleiche mit Heroen des vergangenen Jahrhunderts wie Ourasi oder Ideal du Gazeau werden gezogen, obwohl sich das verbieten sollte. Die Zweitplatzierte Billie de Montfort hat im Frühjahr mit großer Autorität bewiesen, dass sie Europas beste vierjährige Stute ist. Ob man von den restlichen Teilnehmern des diesjährigen Europachampionats in Zukunft lesen und hören wird, möchten wir dahingestellt lassen.

Nicht gefallen hat uns am diesjährigen U.E.T.-Grand Prix die erdrückende Dominanz lediglich zweier Trabernationen. Sämtliche zwölf Teilnehmer am Finale stammten entweder aus Frankreich oder Schweden. Es war bereits das fünfte Mal seit 2002, dass sämtliche Preisgelder an Pferde aus Frankreich oder Schweden fielen, aber das erste Mal, dass diese beiden Nationen das Finale komplett unter sich austrugen. So kann Trabrennsport in Europa nicht funktionieren.

Traber-News.com hat nachgerechnet. Nachstehend eine Auflistung aller Renngewinne im U.E.T.-Grand Prix untergliedert nach Nationalität der teilgenommenen Pferde seit Einführung des Euro im Jahr 2002. Seitdem wurden im U.E.T-Grand Prix Finale 6.130.000 Euro an Rennpreise gezahlt, die sich zu 77 Prozent auf die beiden führenden Trabernationen Europas verteilen.

Die deutsche Traberzucht, mit General November (1997) und Abano As (2001) immerhin zweimal erfolgreich, läuft seit vielen Jahren der Konkurrenz nur noch hinterher. Indigious schaffte 2013 als einziger deutscher Vertreter der letzten 13 Jahre immerhin den Sprung in die Geldränge.

Kann es so weitergehen? Was wir ausdrücklich begrüßen ist, dass der U.E.T.-Grand Prix in den vergangenen 14 Jahren in acht unterschiedlichen Ländern ausgetragen worden ist. Trotzdem sind wir der Meinung, das Rennen bedarf einer Reform.

In einem Artikel in der kommenden Woche werden wir der Frage nachgehen, wie man das europäische System der Top-Rennen neu gestalten könnte, um auch kleinere Trabernationen, die in unserer Statistik mit Mini-Prozentzahlen verzeichnet sind, wieder am internationalen Trabergeschehen teilhaben zu lassen. Dies ist unseres Erachtens eine der dringlichsten Aufgaben innerhalb der U.E.T.

Jahr SE FR IT NL FI NO DE DK
2015 87.500 262.500 - - - - - -
2014 24.000 160.000 200.000 - - - - 16.000
2013 200.000 60.000 - 16.000 - 100.000 24.000 -
2012 100.000 84.000 16.000 - 200.000 - - -
2011 189.000 161.000 - - - - - -
2010 142.600 87.400 230.000 - - - - -
2009 326.600 133.400 - - - - - -
2008 161.000 230.000 69.000 - - - - -
2007 202.400 27.600 - 230.000 - - - -
2006 211.600 248.400 - - - - - -
2005 299.000 142.600 - - - 18.400 - -
2004 133.400 96.600 230.000 - - - - -
2003 372.600 87.400 - - - - - -
2002 55.000 412.500 - - - - 82.500 -
Summe: 2.504.700 2.193.400 745.000 246.000 200.000 118.400 106.500 16.000
  41 % 36 % 12 % 4 % 3 % 2 % 2 % -

Alle Angaben in Euro