Gelingt Bold Eagle der Aufstieg in den Olymp?
vom 20.01.2018

(jg) – Wird Bold Eagle am kommenden Sonntag im Pariser Millionen-Rennen im Ziel als Erster die Nase in Front haben? Diese Frage interessiert nicht nur französische Traber-Fans.

Der Prix d’Amerique ist zweifelsohne das Rennen, das am meisten elektrisiert. 18 Pferde der Weltklasse werden sich am Sonntag über 2700 Meter am Start versammeln. Dem Sieger erwartet nicht nur ein Geldpreis von einer halben Million Euro, sondern auch unvergänglicher Ruhm.

In der fast 100-jährigen Geschichte des Rennens haben sich auch zwei deutsche Pferde in den Annalen dieser Monster-Prüfung verewigt. Permit mit Walter Heitmann im Sulky war 1953 der Erste. 50 Jahre später machte es ihm Abano As nach. Für deutsche Besitzerfarben triumphierten des Weiteren Charlie Mills 1934 mit dem Amerikaner Walter Dear und Jos Verbeeck 1994 mit Sea Cove.

Nur vier Pferden ist es bislang gelungen, drei- oder gar viermal die Trophäe im Prix d’Amerique zu erringen. Das einziges Pferd am Sonntag, das in den exklusiven Club der „göttlichen“ Pferde aufsteigen könnte ist der siebenjährige Hengst Bold Eagle, der Triumphator der letzten beiden Jahre, dem ganz Frankreich die Daumen drücken wird.

Die 1920 geborene Fuchsstute Uranie war die Erste, die den Prix d'Amerique 1926, 1927 und 1928 dreimal in Folge gewann. 1930, dem letzten Jahr ihrer Rennkarriere, endete sie als Zweite.

40 Jahre später folgte Roquepine ihren Spuren. Auch sie gewann 1966, 1967 und 1968 dreimal in Serie. Als Mutter der Deckhengste Florestan und Granit hinterließ sie unauslöschliche Spuren in der Zucht.

Dritter im Bunde der Triple-Sieger ist Bellino II, Sieger im Prix d’Amerique 1975, 1976 und 1977. Über ihn haben wir einen Extra-Bericht vorbereitet. Siehe hier: https://www.traber-news.com/article-14/items/bellino-ii-der-mit-der-roten-maske.html. Außergewöhnlich an Bellino II war, dass er auch den Prix de Cornulier, das wertvollste Satteltraben der Welt, dreimal gewann.

Die Krone in der Geschichte des Prix d’Amerique gebührt Ourasi, Sieger der Jahre 1986, 1987, 1988 und 1990. Ihm zu Ehren ist ein Denkmal auf der Rennbahn in Paris-Vincennes errichtet worden. 1989 war Ourasi „nur“ Dritter geworden, angeblich weil er vor dem Rennen kein Urin lassen konnte.

Schafft es Bold Eagle am Sonntag, in die illustre Gesellschaft der „Unsterblichen“ aufzusteigen? Nach seinen Siegen 2016 und 2017 spricht das Gesetz der Serie für den Hengst, doch vier Niederlagen in Serie mahnen zur Vorsicht.