Großer Preis von Deutschland
vom 27.08.2016

(jg) – Am 9. Oktober wird in Hamburg der Große Preis von Deutschland um mindestens 200.000 Euro entschieden. Es ist das einzige internationale Gruppe 1-Rennen des deutschen Trabrennsports.

Ebenso wie Traber-News.com Wochen im voraus die Chancen der Derby-Starter durchleuchtet hat, möchten wir in den nächsten Wochen die Form der Kandidaten für den Großen Preis von Deutschland überprüfen. Nur noch 35 Pferde besitzen eine Startberechtigung. Allerdings hat der Veranstalter die Möglichkeit einer Nachnennung offen gelassen. Vielleicht kommt da noch einer aus dem Busch.

Der Große Preis von Deutschland wird in diesem Jahr erstmals als Sprintrennen über 1680 Meter entschieden. Bei mehr als 15 Starter finden Vorläufe statt, die mit 25.000 Euro dotiert sind. Leider sieht sich der Hamburger Veranstalter in einer Terminkollision mit dem Großen Preis der U.E.T. Das sogenannte „Europa-Derby der Vierjährigen“ unter dem Patronat der U.E.T. findet in diesem Jahr einige Tage nach dem Hamburger Saisonhöhepunkt statt und könnte noch ungeahnte Auswirkungen auf den Großen Preis haben, da die Vorläufe zum U.E.T.-Grand Prix auf den 27. und 28. September terminiert sind.

Der Blick auf die möglichen Starter im Großen Preis von Deutschland fokussiert den Favoritenkreis auf drei Pferde: Den amerikanischen Import Cruzado Dela Noche, die schwedische Spitzenstute Tunika und Conny Lugauers Paradepferd Breidabliks Nubbe.

Cruzado Dela Noche (Trainer: Stefan Melander) gewann im Juni die Elite der Vierjährigen in Bjerke, gewann einen Vorlauf zur SprinterMästaren und war Dritter im Finale in 1:09,7. Zeitgleich mit Cruzado Dela Noche und einen Rang vor dem Amerikaner endete damals Breidabliks Nubbe (Trainer: Conrad Lugauer). Der Lindy Lane-Sohn vermochte sich vergangene Woche zwar nicht für das Finale des schwedischen Traber-Derbys zu qualifizieren, repräsentiert in Schweden aber allerbeste Klasse.

Im Finale der Svenskt Trav Oaks werden wir dieses Wochenende Tunika (Trainer: Tomas Malmqvist) erleben, eine der Favoritinnen auf den Lorbeerkranz. Die Stute war bereits zweijährig ein Star und siegte im Svampen Örebro und im Breeders Course. Dreijährig gewann sie die Stutenabteilung des E 3 über die Mitteldistanz. Tunika ist außerhalb Schwedens noch nie gestartet.

Die deutschen Spitzenpferde des Jahrgangs 2012 sind heuer leider hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Derby-Sieger Ferrari Kievitshof (Trainer: Paul Hagoort) ist außer einer Qualifikation im Mai nicht gesichtet worden. Cash Hanover (Trainer: Wolfgang Nimczyk) begann ordentlich, doch das letzte Laufen am Derby-Sonntag war ein Schock. Indira Bo (Trainer: Peter Untersteiner) wird mittlerweile in Schweden vorbereitet. Mit ihrem Erscheinen kann gerechnet werden. Raffaelo Diamant (Trainer: Wolfgang Nimczyk), Rene M Newport (Trainer: Wolfgang Nimczyk), Napa Valley (Trainer: Cees Kamminga) und Georgeous Love (Trainer: Rob de Vlieger) waren in dieser Saison nur selten am Ablauf.

Größeres Augenmerk sollte man vielleicht den finnischen Pferden Sahara One (Trainer: Conrad Lugauer) und Joe di Maggio (Trainer: Tuomas Korvenoja) schenken. Beide Pferde zählen zur ersten Garnitur ihres Landes und starten am Wochenende im finnischen Traber-Derby. Danach weiß man vielleicht mehr über ihre Chancen.

Nicht aus der Welt sind außerdem die holländische Derby-Siegerin Fidelity Rhythm (Trainer: Willem van der Zwaan), Gijon (Trainer: Johan Untersteiner), der im Finale des schwedischen Traber-Derbys steht, und Alex Tröjborg (Trainer: Tomas Malmqvist), einer der Besten seiner Generation in Dänemark.

Schwer einzuschätzen sind derzeit Tuonoblu Rex (Trainer: Paul Hagoort) und Colbert (Trainer: Marcus Lindgren). Letzterer hat in seiner neuen Heimat Schweden noch keine Bäume ausgerissen und ist seit zwei Monaten nicht gesichtet worden. Tuonoblu Rex zeigte zuletzt in Frankreich zumindest einen Ansatz. Die letztjährige Nr. 1 im Stall Hagoort könnte bis Oktober vielleicht bereit sein.