Harrisburg Mixed-Sale ein Muntermacher
vom 09.11.2015

(jg) – 681 ältere Traber und Pacer, Zucht- wie Rennpferde, gingen am Donnerstag und Freitag vergangener Woche in Harrisburg durch den Auktionsring. Ein Mammut-Programm mit einem zufriedenstellenden Ausklang der größten Traber-Auktion der Welt.

Auf eine enttäuschende Jährlings-Auktion, die unter einer politischen Debatte über die Zukunft des Pferdesports in Pennsylvania zur Unzeit gelitten hat, folgte eine Mixed-Sale, die überraschend positive Signale aussendete. Am Ende stand ein Umsatzergebnis von 19.732.400 Dollar zu Buche, ein Plus von 10,5 Prozent im Umsatzvolumen bzw. 5,3 Prozent im Durchschnitt pro verkauftes Pferd. Der Sektor Traberzuchtstuten ragte mit einem sagenhaften Umsatzplus von 33 Prozent heraus. Russell Williams, Chairman der Hanover Shoe Farms, stellte mit Genugtuung fest, dass einem um die Zukunft des amerikanischen Sulkyports nicht bange sein muss, solange Züchter investieren. Genau dieser positive Glauben ist Traberzüchtern in Deutschland abhanden gekommen.

Vielleicht stellt der Amsterdamer Kaufmann Peter ter Borgh die Ausnahme dar. Der Holländer, dessen Newport-Pferde jüngst in Deutschland für Furore sorgten und der die meisten seiner Zuchtstuten in Deutschland registriert hat, war der einzige aktive deutsch/holländische Käufer in Harrisburg. Zu seinen Einkäufen zählte die siebenjährige Zuchtstute Southwind Amiga (3, 1:11,3 – 132.526 $), tragend nach Kadabra, die zweijährige Royal Treason (2, 1:14,2 – 2.250 $), die fünfjährige Spitzenstute True Day Dream (3, 1:10,8 – 295.509 $) und ein Stallion Share vom Hambletonian-Sieger Muscle Massive.

Zum ersten Mal nach vielen Jahren investierten auch italienische Züchter wieder in Harrisburg. Einen sonderbaren Kauf tätigte Holger Ehlert. Er erwarb mit Win Win Hanover eine zweijährige Cantab Hall-Tochter, die als „trotting bred pacer“ angeboten wurde.

Sehr enttäuschend verlief der Verkauf der Stallion Shares von Hambletonian-Sieger Muscle Massive. Es hat den Anschein, dass der Hengst nicht mehr lange in Amerika verbleiben wird, sondern vielleicht schon bald in Schweden eine neue Heimat finden könnte.

Ein Ärgernis sind immer wieder die relativ vielen „Nichtstarter“ der Auktion. Von 223 nach Traber-Prinzip gezogenen Rennpferden waren 44 nicht anwesend. Das sind immerhin 20 Prozent des Angebots.