70.000 Euro Spitzenpreis
vom 15.10.2015

(jg) – Die Grand Prix-Sale am vergangenen Samstag in Hamburg brachte für die meisten Züchter ein zufriedenstellendes Verkaufsergebnis.

Auch wenn der Veranstalter es scheut, seine Verkaufsliste mit Namen zu bestücken, hoffen wir kein Geheimnis zu verraten, wenn wir Marion Jauß zum Kauf der beiden begehrtesten Jährlinge der Auktion beglückwünschen. Die Neritzerin soll für 70.000 Euro den Explosive Matter-Sohn Pelle Barosso gekauft haben, ein Halbbruder zur letztjährigen Stuten Derby-Siegerin Pippa Barosso, und für 50.000 Euro den Varenne-Sohn Hadassah Bros, dessen Mutter eine Vollschwester zum Europachampion Robert Bi ist.

Ulrich Mommert soll für 40.000 Euro der erfolgreiche Bieter für den Love You-Sohn Cromwell a.d. Cremona Way gewesen sein und für 30.000 Euro den SJ's Photo-Sohn Best Kept Secret erworben haben. Der Name dieses Pferdes ist Programm, denn ohne Bekanntgabe von Namen sind wir gezwungen im konjunktiv zu schreiben.

Es ist richtig, dass 50 Prozent der angebotenen Pferde für mindestens 10.000 Euro zugeschlagen wurden, aber nicht verkauft. Wir schätzen, dass hiervon mindestens 20 Prozent in die heimatlichen Ställe zurückgekehrt sind. Im Gesamtergebnis von 984.000 Euro und im Durchschnittsergebnis von 16.131 Euro sind diverse „Rückkäufe“ nicht berücksichtigt, die das Ergebnis in ein anderes Licht stellen würden.

Der Veranstalter hat sich viel Mühe gemacht, ein gewohnt angenehmes Ambiente für Käufer und Verkäufer zu schaffen. Die meisten Pferde sahen großartig aus und zeigten Phlegma. Unbestritten ist das wirtschaftliche Risiko, das eine Auktion dieser Dimension besitzt. Auf Transparenz legt die Grand Prix-Sale aber offensichtlich überhaupt keinen Wert.

Kritikpunkt Nummer eins ist und bleibt die unverständliche Geheimniskrämerei um die Auktionsreihenfolge. Das kann leicht zu Irrtümern führen, wenn Auktionsnummer und Katalognummer zwei unterschiedliche Dinge sind. Ein weiterer Kritikpunkt ist der kostenpflichtige Zugang zur Auktion, insbesondere die Gegenleistung. Mit Recht hörten wir Beschwerden, dass für mehr als 70 Euro Eintritt die Bewirtung sehr schwach war.