83 Pferde im Deutschen Traber-Derby!
vom 27.07.2016

(jg) – 525 Fohlenregistrierungen besitzt der Jahrgang 2013 in Deutschland. 83 davon sollen am kommenden Wochenende die Vorläufe um die Krone des Jahrgangs bestreiten.

Fast jedes sechste Pferd im Jahrgang wird offenbar für gut genug befunden, bei der Ermittlung des Jahrgangsbesten ein Wörtchen mitzusprechen. Die Regel der zeitschnellsten Platzierten zum Auffüllen des Derby-Finales wurde zum Glück ad acta gelegt. Zu oft bestanden auf Grund wechselnder Witterungsverhältnisse keine fairen Bedingungen für alle Teilnehmer.

Masse ist nicht immer Klasse. Das zeigt das Stuten-Derby, jetzt nicht mehr als Arthur Knauer-Rennen gelaufen. 24 der 46 Starter im Stuten-Derby sind z.B. sieglos. Allein der 2. Vorlauf sieht sieben Maidenstuten am Start. 17 Stuten haben noch keine 1.000 Euro gewonnen. 27 Stuten oder 59 Prozent der Starter haben noch nicht einmal ihren Einsatz zum Derby refinanziert. Sogar null Gewinnsumme reicht zum Derby-Start. Das sind bei Leibe keine überzeugenden Empfehlungen für eine Bewerbung um die Jahrgangskrone. Es hat den Anschein, der olympische Gedanken ist in viele Rennställe eingezogen, Dabeisein ist alles!

Im Deutschen Traber-Derby sieht es ein wenig sportlicher aus. Nur sechs der 37 Derby-Teilnehmer sind sieglos, aber 18 Teilnehmer, also rund die Hälfte, haben auch noch nicht ihren Derby-Einsatz verdient. Es herrscht also große Passion und Opferbereitschaft unter den Rennstallbesitzern.

Kommen wir zu den züchterischen Aspekten dieses Derbys. Die 83 Derby-Starter stammen von 52 Vaterpferden. Das ist Ausdruck einer sehr großen Vielfalt, wie wir sie einige Jahrzehnte in der deutschen Traberzucht nicht erlebt haben. Quick Wood mit sechs und sein Vater Love You mit fünf Nachkommen sind als Vaterpferd am häufigsten vertreten.

Trotzdem sind amerikanische Vaterpferde mit 34 Nachkommen im Derby (41 %) in der Überzahl. 27 Nachkommen (32 %) repräsentieren französische Hengste. Die Nachkommen deutscher Vaterpferde ergeben einen Prozentsatz von 16 Prozent, der Rest kommt auf 11 Prozent.

Viel deutlicher ist die Überlegenheit amerikanischer Hengste als Vater der Mutter eines Derby-Starters. Wir haben das in früheren Untersuchungen erfolgreicher Pferde auf Gruppe-Ebene wiederholt festgestellt. 58 Prozent der Derby-Starter besitzen einen amerikanischen Hengst als Muttervater. 18 Prozent der Mütter stammen von einem deutschen Hengst und nur 12 Prozent von einem Franzosen.

Wie sehr die deutsche Traberzucht mittlerweile von ausländischen Züchtern besetzt ist, insbesondere von Züchtern aus den Niederlanden, kommt in diesem Derby gut zum Ausdruck. 36 Prozent der Derby-Starter besitzen einen holländischen Züchter. Gar 40 Prozent befinden sich in holländischem Eigentum. Der 4. Vorlauf des Stuten-Derbys sieht sieben von neun Startern aus holländischer Zucht am Start.

Traber-News.com wünscht allen Teilnehmern am 121. Deutschen Traber-Derby einen störungsfreien und sportlich fairen Wettkampf. Möge der Beste gewinnen!