Ist das legitim?
vom 01.08.2016

(jg) – Der Berliner Rennsekretär schien selbst überrascht, jedenfalls fiel ihm mitten während der Startplatzauslosung ein, dass die Trainer den Beschlag ihrer Pferde für das Derby-Finale bekanntgeben müssen. Begründung: Das Deutsche Traber-Derby wird als PMU-Rennen gelaufen und die PMU verlangt das!

Einen derartige Wahnwitz hat es in der 121jährigen Geschichte des deutschen Traber-Derbys noch nie gegeben. Französische Beschlag-Bestimmungen für das Deutsche Traber-Derby?!

Die Ausschreibung für das Deutsche Traber-Derby 2016 liegt seit 18 Monaten auf dem Tisch. Diese Ausschreibung ist bindend für alle Beteiligten, Rennveranstalter wie Besitzer. Von einem PMU-Rennen geschweige denn von PMU-Bestimmungen ist in der vertraglichen Regelung dieses Derbys keine Rede.

Das 121. Deutsche Traber-Derby ist kein PMU-Rennen. Das Derby mag zwar nach Frankreich übertragen und von dort bewettet werden, aber das wurde es in den Jahren zuvor auch.

Angaben zum Beschlag eines Pferdes dürfen bei PMU-Rennen im Nachhinein nur in besonderen Fällen geändert werden. Wer mit Eisen angibt, darf nicht ohne Eisen starten. Das bekam z.B. Henk Grift mit Namale Kronos am vergangenen Freitag zu spüren. Das Pferd war ohne Eisen auf dem Geläuf erschienen und wurde daraufhin in den Stall zurückgeschickt.

Ist der Berliner Rennverein oder der HVT ernsthaft der Meinung, man könne kommenden Sonntag einen Derby-Starter dazu zwingen, die angegebene Beschlag-Information zu respektieren? Was für ein Irrglaube! Die Angaben zum Beschlag der Derby-Finalisten sind nach unserer Meinung unverbindlich.