Kann uns das einmal einer erklären?
vom 02.08.2016

(jg) – Wie im Vorjahr schüttet der Berliner Rennverein im Deutschen Traber-Derby weniger Geld aus als die Besitzer der im Derby genannten Pferde eingezahlt haben. Im diesem Jahr sind es stattliche 56.730 Euro.

Es ist keine Seltenheit, dass insbesondere Rennen mit langfristigen Nennungsschluss oftmals vollständig von Besitzergeld finanziert werden. In diesem Fall sieht die Trabrennordnung eine Aufstockung des Rennpreises um die Summe der übersteigenden Einsätze vor (§ 71, 1 d).

Und nun kommt der Hammer: Die Nennungen zum 121. Deutschen Traber-Derby wurden in den letzten Tagen offensichtlich geändert. Die Anzahl der startberechtigten Pferde zu jedem einzelnen Einsatztermin differieren seit dem 2. August gegenüber zuvor veröffentlichten Angaben. Wir haben die Zahlen festgehalten:

Nennungsergebnis bis 1.8. 2016

02.02.2015 396 Pferde x 30 Euro 11.880 Euro
16.02.2015 395 Pferde x 60 Euro 23.700 Euro
15.05.2015 384 Pferde x 90 Euro 34.560 Euro
17.08.2015 372 Pferde x 120 Euro 44.640 Euro
16.11.2015 338 Pferde x 180 Euro 60.840 Euro
01.02.2016 290 Pferde x 320 Euro 92.800 Euro
01.04.2016 241 Pferde x 500 Euro 120.500 Euro
01.06.2016 142 Pferde x 800 Euro 113.600 Euro
25.07.2016 37 Pferde x 1.400 Euro 51.800 Euro
Summe   554.320 Euro

Nennungensergebnis seit 2.8. 2016

02.02.2015 395 Pferde x 30 Euro 11.850 Euro
16.02.2015 394 Pferde x 60 Euro 23.640 Euro
15.05.2015 382 Pferde x 90 Euro 34.380 Euro
17.08.2015 369 Pferde x 120 Euro 44.280 Euro
16.11.2015 333 Pferde x 180 Euro 59.940 Euro
01.02.2016 285 Pferde x 320 Euro 91.200 Euro
01.04.2016 237 Pferde x 500 Euro 118.500 Euro
01.06.2016 140 Pferde x 800 Euro 112.000 Euro
25.07.2016 37 Pferde x 1.400 Euro 51.800 Euro
Summe   547.590 Euro

Lt. Ausschreibung werden übersteigende Einsätze, nach Finanzierung von Vor- und Finalläufen, zu 75 Prozent dem Derby-Entscheidungslauf und zu 25 Prozent dem Stuten-Entscheidungslauf zugeschlagen, jeweils prozentual auf die fünf Erstplatzierten verteilt.

Versuchen wir einmal die Rechnung. Die Ausschreibung sieht folgende Mindestrennpreise vor:

4 Vorläufe Deutsches Traber-Derby à 20.000 Euro 80.000 Euro
5 Vorläufe Deutsches Stuten-Derby à 10.000 Euro 50.000 Euro
1 Finale A Deutsches Traber-Derby 120.000 Euro
1 Finale A Deutsches Stuten-Derby 60.000 Euro
1 Finale B Deutsches Traber-Derby 20.000 Euro
1 Finale B Deutsches Stuten-Derby 10.000 Euro
Summe Rennpreise 340.000 Euro
Einsätze Besitzer 554.320 Euro

Das ergibt einen Überschuss an Einsätzen in Höhe von 214.320 Euro gegenüber den ausgeschriebenen Mindestrennpreisen. Tatsächlich schüttet der Berliner Rennverein folgende Rennpreise aus:

4 Vorläufe Deutsches Traber-Derby à 20.000 Euro 80.000 Euro
5 Vorläufe Deutsches Stuten-Derby à 10.000 Euro 50.000 Euro
1 Finale A Deutsches Traber-Derby 238.192 Euro
1 Finale A Deutsches Stuten-Derby 99.398 Euro
1 Finale B Deutsches Traber-Derby 20.000 Euro
1 Finale B Deutsches Stuten-Derby 10.000 Euro
Summe Rennpreise 497.590 Euro
Einsätze Besitzer 554.320 Euro

Das ergibt ein Minus von 56.730 Euro!!!

Selbst unter Berücksichtigung der geänderten Nennungen würde das Rennpreisdefizit 50.000 Euro betragen. Da ist der Rennverein den Besitzern der Derby-Finalstarter bitte eine Erklärung schuldig.