Nachruf: Heinrich Losse
vom 18.01.2017

(jg) – Mit Trauer haben wir vom Tod des norddeutschen Trabertrainers „Heini“ Losse erfahren. Er lebte zuletzt, nach dem Tod seiner Frau Ilse, in einem Altenheim in Bargteheide.

Heini Losse wurde am Nikolaustag des Jahres 1931 in Reher (Schleswig-Holstein) geboren. Durch seinen Vater Otto Losse, „spiritus rector“ der Traberzucht in Mittelholstein und mit Markus Göttsche der erste Traberzüchter des Hohenwestedter Gebietes, war er von Kindheit an eng mit den Trabern verbunden. So war es eine Selbstverständlichkeit, dass er den Beruf des Trainers ergriff und nach dem frühen Tod seines Vaters auch das Gestüt übernahm.

Heini Losse begann seine Lehre als zukünftiger Trabertrainer 1949 bei Hans Heitmann sen. Seinen ersten Sieger steuerte er 1950, und ein Jahr später war er mit vier Siegen der erfolgreichste Lehrlingsfahrer Norddeutschlands.

Obwohl Heini Losse frühzeitig sein Können als Trainer und Fahrer unter Beweis stellte, war sein Aufstieg zum Spitzentrainer langwierig, da er durch ein Rückenleiden – er musste längere Zeit ein Gipskorsett tragen – vorübergehend am vollen Einsatz gehindert war.

Seine Gewissenhaftigkeit, mit der er junge Pferde herausbrachte, brachte ihm hohe Wertschätzung ein. Siegreiche Debütanten waren bei ihm keine Seltenheit. 1969 war Heini Losse mit 76 Fahrersiegen der erfolgreichste Berufsfahrer im Norden vor Hans Lehmkuhl (70 Siege) und Klaus Detlefs (69 Siege). Sein erfolgreichstes Trainerjahr feierte Heini Losse 1989 mit 154 Siegen, was bundesweit den 17. Platz bedeutete.

Fünf Zuchtrennensiege gelangen Heini Losse während seiner mehr als 50 Jahre umspannenden Berufskarriere. Sein wertvollster Sieg war der Erfolg am 29. September 1963 mit Chorknabe im Hinrich Heitmann-Erinnerungsrennen um 28.000 DM. Da Chorknabe (v. Irmberoth – Technik) aus der eigenen Zucht stammte, war dieser Sieg wohl auch der Bedeutendste in der Karriere des Holsteiner Jung.

Insgesamt 737 Fahrersiege stehen für Heini Losse zu Buche, darunter sechs als Lehrling. Seinen letzten Sieger steuerte er am 5. September 2000 in Hamburg-Bahrenfeld mit dem selbst gezogenen Karacho. Viel imposanter liest sich seine Trainerstatistik mit 1.920 Erfolgen, darunter drei in Zusammenarbeit mit Jörg Schefe.

Auch als Züchter war Heini Losse erfolgreich. Der erste Traber-Deckhengst auf dem elterlichen Hof, noch zu Lebzeiten seines Vaters Otto Losse, war Senator Boga. Später folgte Britton, der in der deutschen Traberzucht deutliche Spuren hinterlassen hat. Auch Blaukopf, Ahnenstolz, Lucky Break, Spinoon, Irrwind, Ikaros, Lord Pit u.a.m. waren in Reher stationiert.

Heini Losses erfolgreichste Zuchtprodukte waren Wildwest 178.607 Euro (1981, Spinoon – Liane), Technikos 123.119 Euro (1978, Ikaros – Comtesse Rod), Glori 118.339 Euro (1965, Lucky Break – Hannelore) und Winnetou 104.559 Euro (1981, Comus – Rosmarie). Technikos führte zurück auf Paula A (1922, Moko Volo – Luci Bell), eine der ersten Zuchtstuten in Reher.

Heini Losses Zuchtrennensiege:

5.5. 1957 - Dreijährigen Prüfungspreis – Hamburg-Bahrenfeld – 7.000 DM
Unitarier v. Pluton – Legende (Besitzer: H. Kruse)

29.9. 1963 - Hinrich Heitmann-Erinnerungsrennen – Hamburg-Bahrenfeld – 28.000 DM
Chorknabe v. Irmberoth – Technik (Besitzer: H. Müller)

26.9. 1965 - Walter Eckelmann-Gedächtnisrennen – Hamburg-Bahrenfeld – 17.400 DM
Irrwind v. Bibijunge – Resolute (Besitzer: E. Krogmann)

28.4. 1968 - Bavaria-Preis – München-Daglfing – 15.000 DM
Onkel Wilhelm v. Weikko – Ustia Bush (Besitzer: H.W. Brammann)

3.6. 1968 - Deutscher Vierjährigen-Preis – Gelsenkirchen – 15.000 DM
Onkel Wilhelm v. Weikko – Ustia Bush (Besitzer: H.W. Brammann)