Ostern damals
vom 24.03.2016

(jg) – Nostalgiker erinnern sich bekanntlich gern an frühere Zeiten zurück, z.B. als es sich noch lohnte, Trabrennpferde in Deutschland zu halten und zu wetten. Im Archiv von 1996 und 1976 fanden wir folgende Geschehnisse.

Ostern 1996
An das Jahr 1996 werden sich treue Wegbegleiter des Trabrennsports vielleicht noch erinnern. Das Heide Lore-Rennen um 60.000 DM am Ostersonntag in Hamburg-Bahrenfeld sicherte sich Rudi Haller mit Johann Holzapfels und Raimund Nitsches Dacapo, ein in Schweden gezogener Speedy Crown-Sohn. Im Winner Circle berichtete Rudi Haller, dass er das Heide Lore-Rennen eigentlich mit Tante Mosebo zu gewinnen gedachte, aber die Stute enttäuschte ihre Anhänger als 10:10-Favoritin im 3. Vorlauf krass.

Einen Tag später wurde auf der Rennbahn am Volkspark die traditionelle Championship von Bahrenfeld entschieden, dotiert mit 60.000 DM, und der Deutsche Fünfjährigen-Zirkel I, ebenfalls um 60.000 DM. In der Championship trugen Rudi Haller und das Besitzerteam Holzapfel / Nitsche mit Appleton erneut die Favoritenehren, doch scheiterte das Gespann 300 Meter vor dem Ziel an einer Galoppade. Der Sieg fiel an Heiner Christiansen, der für Toto 362:10 mit Jörg Bigengs Chess Oman triumphierte. Sowohl die Zweier- als auch die Dreiwette waren nicht getroffen.

Den Erwartungen entsprach der Sieg von Gerd Schusters Miami in der Hand von Hans-Joachim Tipke im Fünfjährigen-Zirkel. Allerdings musste sich die Native Starlight-Tochter zum Schluss ganz lang machen, um Havana Island mit Heiner Christiansen in Schach zu halten.

Der Ostermontag und Dinslaken, das hat noch heute Tradition. Am 8. April 1996 wurde hier der König Pilsener-Pokal entschieden, den sich Oliver Wewering mit Bossmann in Vertretung für seinen in Hamburg weilenden Vater nicht entgehen ließ. Auf Platz zwei endete mit Hurrikan Island und Dirk Schrewe die zweite Wewering-Waffe. Die Gesamtdotierung aller Läufe um den König Pilsener-Pokal betrug damals 213.400 DM.

Ostern 1976
Bereits am Karfreitag erlebte die Derby-Bahn in Berlin-Mariendorf einen Großrenntag mit der Durchführung von vier Läufen der Europameisterschaft der Sulkyfahrer. Vittorio Guzzinati für Italien und Horst Bandemer für Deutschland gewannen zwar kein Rennen, belegten am Ende des Tages aber die Plätze eins und drei nach Punkten. Dazwischen hatte sich Olle Goop aus Schweden geschoben, Vater des heutigen Sulky-Asses Björn Goop. Die Europameisterschaft 1976 endete übrigens mit dem Sieg von Rolf Dautzenberg.

Der Ostermontag auf der Trabrennbahn in Berlin-Mariendorf sah das Robert Großmann-Erinnerungsrennen um 50.000 DM im Mittelpunkt. Der Autor dieser Zeilen war live dabei. Der vor dem Rennen von Karl de Bresser an den Münchner Stall Olympia verkaufte Samai wurde mit „Goldfinger“ Gerd Gohlke seiner Favoritenrolle gerecht, musste sich aber gewaltig strecken, um Klaus Bielenbergs Fluff Hanover mit Willi Rode in die Schranken zu verweisen. Dritter wurde Rheinkamper mit Hanne Hassel (Totoumsatz: 603.743 DM / 11 Rennen).

25.000 DM betrug das Preisgeld am Ostersonntag im Internationalen Oster-Preis in München-Daglfing, der eine sichere Beute für Gestüt Tivolis El Paso mit Helmut Obermeier im Sulky wurde. Derby-Sieger Kurio auf dem dritten Platz sorgte für die lukrative Dreierwetten-Quote von 12.110:10. Favorit Exarchos scheiterte an Fehlern.

Den Großen Oster-Preis in Hamburg-Bahrenfeld am Ostermontag, ein 20.000 DM Standardrennen für Amateure, gewann Günter Lühring mit seinem Seriensieger Burgwind vor Chefin mit Harry Schneuer (Totoumsatz: 409.135 DM / 13 Rennen). Im Straubinger Max Jungmeier-Memorial um 12.000 DM triumphierte Siggi Jahn mit Stall Gambrinus’ Tara. Insgesamt gelangen Siggi Jahn fünf Siege am Ostersamstag in Straubing (Totoumsatz: 165.052,50 DM / 13 Rennen). Und wer Nostalgie pur liebt, für den gibt es zu berichten, dass der achtjährige Erp v. Gerrol für Bärbel Jonath am Ostersonntag den mit 3.000 DM dotierten Preis der Norddeutschen Trabergestüte in Elmshorn in zwei Läufen gewann (Totoumsatz: 98.155 DM / 10 Rennen).

Übrigens gab es 1976 bereits eine V-Wette in Elmshorn, die „Hot-Pot-Wette“, wo die Sieger der ersten vier Rennen zu tippen waren. Wir lasen, dass am 10., 18. und 24. April diese Wette nicht getroffen war. Der Hot Pot am 1. Mai zahlte dann 8.444:10.

Der Lotto-Jackpot in der Pferdewette „Rennquintett“ betrug damals 440.558,60 DM und der Pferdetoto-Jackpot 125.154,20 DM. Das waren noch Zeiten...