Pferdewetten: Neue Ideen – jetzt sofort!
vom 07.09.2016

(jg) – Einen Beitrag von Anders Ström über die Zukunft des europäischen Trabrennsports übermittelte uns das Management von Breeders Course.

Anders Ström, geboren 1970 in Schweden, lebt in London und ist im internationalen Trabrennsport eine Persönlichkeit. Unter dem Pseudonym Courant Stable besitzt Anders Ström 70 Rennpferde in den USA, Schweden und Frankreich. Mit seinem Partner Marcus Lindgren unterhält er AM Bloodstock mit mehr als 60 Zuchtstuten feinster Abstammung. Bekannt geworden ist Anders Ström auch als genialer „Zocker“. 1997 gründete er die Unibet Group. Nachstehend seine Gedanken:

Pferdewetten in Schweden und Frankreich erfreuen sich seit Jahrzehnten großer Beliebtheit. Schauen wir aber auf Länder, wo der Wettmarkt nicht blüht, erkennen wir, dass der Pferdesport dort aufgrund niedriger Rennpreise am Boden liegt.

In den USA werden die Rennpreise immer noch durch Racinos garantiert. Aber das ist eine zeitlich begrenzte Unterstützung. Staatliche Verwaltungen halten immer stärker nach den steuerlichen Einnahmen der Casinos Ausschau, um wichtigeres als den Pferdesport zu finanzieren, z.B. das Schul- oder Gesundheitswesen oder Einrichtungen für sozial Benachteiligte.

Daher ist es wichtig, dass unsere Wettangebote entwickelt und gepflegt werden, um in Konkurrenz mit anderen Glücksspielangeboten bestehen zu können. Zu den wichtigsten Aspekten zählt, unser Wettangebot interessanter zu gestalten. Mein Eindruck ist aber, dass sich Entscheidungsträger und Beteiligte dieser Aufgabe bislang nicht mit der nötigen Dringlichkeit befassen.

Im digitalen Zeitalter können sich potenzielle Kunden heutzutage mit einem Mausklick oder einem Fingerwisch über den Bildschirm ihres Smartphones frei bewegen. Wenn wir die Pferdewette nicht rechtzeitig neu gestalten, könnte das binnen weniger Jahre zur Katastrophe führen.

Erfolgreiche Produkte der Pferdewette sind Pool-Wetten und Quinte+. Unter geschützten Bedingungen sind diese Produkte erfolgreich, obwohl sie ziemlich teuer sein können. Aber die hohen Gewinnaussichten sind verlockend.

Angesichts von live Fußball-Wetten mit einem Takeout von 2-3 Prozent gegenüber 20-35 Prozent in der Pferdewette und MegaFortune Jackpots in Höhe von 10-20 Millionen Euro rund um die Uhr, ist es höchste Zeit etwas zu unternehmen.

Hunderte von Wettanbietern konkurrieren um die Brieftaschen ihrer Kunden. Mein Rat in Bezug auf zukünftigen Erfolg ist der, dass der Pferdesport so viele Marktteilnehmer wie möglich erreichen muss. Nur wenn viele potentielle Kunden in einen gemeinsamen Pool wetten, besteht die Aussicht auf größtmögliche Gewinne. Nur dann ist es für High Roller interessant, größere Wetten zu platzieren.

Damit das geschieht und der Sport eine angemessene Finanzierung findet, müssen die Verantwortlichen eine Technologie und ein Aktionsprogramm finden, in die alle Betreiber ihre Wetten platzieren können. Nur dann wäre die Pferdewette weiterhin das starke Produkt am Glücksspielmarkt, das sie zu sein verdient.

Um zu funktionieren, muss das Programm die Interessen der hauptsächlich Beteiligten in ein ausgewogenes Gleichgewicht bringen, namentlich die Pferdebesitzer, die Pferdewetter und die Wettanbieter. Das ist eine große Aufgabe – aber sie ist lösbar.