Philippe Billard
vom 27.09.2016

(jg) – Die ungewollte Hauptrolle hinter den Kulissen der Breeders Crown-Veranstaltung am vergangenen Wochenende in Berlin spielte ein französischer Trainer namens Philippe Billard.

Mit Indigious und Pippa Barosso waren zwei chancenreiche Pferde für die Breeders Crown-Rennen der älteren Hengste und Wallache bzw. älteren Stuten unter seiner Verantwortung als Starter angegeben worden. Beide Pferde sollen Freitagmorgen in Berlin eingetroffen sein. Auch der zuletzt unter Dopingverdacht stehende französische Trainer Fabrice Souloy soll in Berlin gewesen sein. Unter Souloys Verantwortung standen sowohl Indigious als auch Pippa Barosso vor dem Wechsel zu Philippe Billard, der sein Schwager ist und auf seiner Trainingsanlage arbeiten soll.

HVT-Präsident Heinz Tell berichtete in einem Interview am Sonntagmorgen, dass Philippe Billard in Frankreich keine gültige Trainerlizenz besitzt. Diese Information habe man auf Anfrage am Freitagabend, 18 Uhr, von Le Trot erhalten.

Bei Le Trot ist ersichtlich, dass Philippe Billard zuletzt 2001 ein Rennen bestritten hat und seine letzten 10 Auftritte als Sulkyfahrer bis in das Jahr 1995 zurückreichen. Während seiner gesamten Fahrkarriere ist er 65 Mal in den Sulky gestiegen und kann auf insgesamt acht Siege zurückblicken.

Als Trainer beschickte Philippe Billard zwischen 1982 und 2013 – das ist immerhin eine Zeitspanne von 31 Jahren – 278 Rennen und stellte 42 Sieger. Seine letzten Pflegebefohlenen starteten 2013 – mit Fabrice Souloy im Sulky.

Traber-News.com stellen sich dazu folgende Fragen:

1) Warum wuden Indigious und Pippa Barosso mit Philippe Billard als verantwortlicher Trainer gemeldet, wo Fabrice Souloy definitiv eine gültige Trainerlizenz in Frankreich besitzt?

2) Warum dauerte es vier Tage bis der HVT informiert worden sein soll, dass Philippe Billard keine gültige Trainerlizenz besitzt? So etwas geht üblicherweise binnen weniger Stunden.

3) Ist Philippe Billard tatsächlich ein Trainer ohne gültige Lizenz? Das jedenfalls war die offizielle Begründung, warum beiden Pferden die Starterlaubnis in Berlin verweigert wurde.

Festzuhalten gilt, dass am Samstag in Rom (Italien) das Pferd Usago Luis in einem Vorlauf zum Italienischen Traber-Derby mit Philippe Billard als Trainer gestartet ist. Mittlerweile soll sich das italienische Landwirtschaftsministerium, zuständig für den Trabrennsport, eingeschaltet haben, um diesen Umstand zu klären.

In Italien mit Lizenz, in Deutschland ohne Lizenz? Das ist mehr als seltsam.