Satzungsverstöße bleiben Fakt
vom 01.06.2016

Offener Brief von HVT-Mitglied Immo Müller betreffs seines „Resümees“ vom 17. Mai und der Antwort des HVT auf www.mein-trabrennsport.de.

Das bei www.Traber-News.com veröffentlichte Resümee ist das, was die Bezeichnung aussagt: Eine persönliche Wahrnehmung und Schlussfolgerung aus dem erlebten Sitzungsgeschehen. Ohne Anspruch auf protokollarische Vollständigkeit aber durchaus mit dem Anspruch, dass die Eindrücke wahrheitsgemäß berichtet sind.

Wundersamer Weise geht der HVT auf ein Schreiben ein und antwortet, und das sogar öffentlich. Bei schriftlichen internen Mitglieds-Anfragen im Vorfeld und über Jahre erfolgte dies üblicherweise leider nicht. Ich gehe davon aus, dass die Geschäftsführung das Schreiben auf „mein-trabrennsport.de“ verfasst hat.

Ursprünglich wollte ich darauf in der dortigen Reihenfolge eingehen. Es war beabsichtigt, dies möglichst knapp zu halten. Aber aufgrund des Umfangs der Sachverhalte war mir dies nicht möglich. Somit sind mehrere Teile eines „Offenen Briefes“ entstanden.

Teil 1 befasst sich mit dem wichtigsten Thema:

Verstöße 1 bis 7 gegen Satzungen und Ordnungen (thematisch beginnend mit dem 5. Unterkapitel der HVT-Veröffentlichung)

1) Umgang mit Einsätzen aus Zirkelrennen

Zitat HVT: „Zu keinem Zeitpunkt hat das HVT-Präsidium diesen Überschuss bestritten. Der Überschuss aus 2014 wurde auf das Jahr 2015 vorgetragen, hierzu liegt ein Präsidiumsbeschluss aus dem Jahr 2015 vor.“

Tatsache/Fakt
Diese Vorgehensweise widerspricht klar dem § 71 TRO. Der Verstoß 1 gegen Satzung und Ordnungen ist somit dokumentiert.

Zitat HVT: „Da sich die Thematik im Jahr 2015 weiter fortgeführt hat, wurde nunmehr eine Erstattung an die Besitzer beschlossen.“

Tatsache/Fakt
Dies dokumentiert desgleichen den „Verstoß gegen Satzung und Ordnungen“. Mit dem genannten Beschluss ist vermutlich eine Art „Heilung“ angestrebt.

Insofern ist zu konstatieren, dass die diesbezüglichen Fragestellungen und Behauptungen auf Traber-News.com ihre Berechtigung hatten.

Zitat HVT: „Die von Herrn Müller genannten Namen fielen in diesem Zusammenhang nicht.“

Dies ist völlig richtig. Das als „hetzerischer Wortschwall“ bezeichnete Vorkommnis in der MV war, wie bereits erwähnt, wohl vorbereitet. Insofern wurden auch keine Namen von Heinz Tell benannt, da dieser offensichtlich durch den vom HVT begonnenen Rechtsstreit gegen Jürgen Gaßner und Dieter Kerbaum vom Staatsanwalt darauf hingewiesen worden ist, dass es für eine Verleumdung notwendig ist, Namen zu nennen.

2) Versand der Protokolle von Präsidiumssitzungen

Tatsache/Fakt
Der Verstoß 2 gegen Satzung und Ordnungen wurde vom Präsidium zugegeben.

3) Zuchtwertschätzung

Dass die Zuchtwertschätzung nunmehr dem zuständigen Ministerium vorliegen soll ist zu begrüßen.

Dennoch bleibt die Frage, warum diese nicht schon längst bzw. vor einer Weitergabe den Mitgliedern zur Kenntnis und Beratung vorgelegt wurde?

4) Breeders Crown-Jahresabschluss

Zitat HVT: „Die entsprechenden Unterlagen wurden den Mitgliedern – wie bereits beschrieben – zur Einsichtnahme bereitgehalten.“

Dies ist nach meiner Kenntnis eine falsche Darstellung. Es kam die klare Aussage, dass diese nicht vorläge. Warum sonst sollte auch Heinz Tell in der Versammlung zur Abstimmung ohne Vorlage der Bilanz gedrängt haben? Erst nach wiederholtem Insistieren kam die Meldung, dass diese doch im Geschäftsgebäude vorhanden sei.

Es bleibt bei der Darstellung im „Resümee“: Verstoß 4 gegen Satzungen und Ordnungen.

Tatsache/Fakt
Da eine Rechnungsprüfung nicht erfolgt ist, musste auch der Verstoß 5 gegen Satzung und Ordnungen zugegeben werden.
Die Begründung dazu - „traf erst am Freitagabend ein“ - ist natürlich nicht akzeptabel. Die Geschäftsführung hat dafür zu sorgen, dass die Rechnungsprüfer tätig werden können.

Wenn nun behauptet wird, dass die Unterlagen den Mitgliedern zur Einsichtnahme bereitgehalten worden seien, so ist zu fragen, warum dann nicht hilfsweise vor Versammlungsbeginn oder gar während des lange andauernden Lageberichts die Zeit zur Prüfung genutzt wurde? Glaubwürdigkeit sieht meiner Meinung nach anders aus.

Tatsache/Fakt
Der bemängelte Verstoß 6 gegen Satzung und Ordnungen bleibt vollinhaltlich bestehen, wird aber auch in der HVT-Erwiderung nicht abgestritten.

Insbesondere auch nicht die Aufforderung durch den Präsidenten/Geschäftsführer, diesen Verstoß „abzusegnen“: Heinz Tell versuchte nunmehr die Versammlung zu überzeugen, dass auch ohne Vorlage der BC-Bilanz abgestimmt werden könne.

5) BC und Wertpapiergeschäfte / Aktien

Zur Erinnerung aus dem Resümee: Aber bereits nach wenigen Minuten musste ich die Feststellung treffen, dass mit den BC-Geldern, die vom HVT treuhänderisch zu verwalten sind, laut den Unterlagen mit Hilfe der Deutschen Bank offenbar Wertpapiergeschäfte (Aktienfonds) getätigt wurden.

Keiner der Anwesenden der Geschäftsführung und des Präsidiums konnte diesen Verdacht - und dies war es zu jenem Zeitpunkt - entkräften oder sagen, was das für Geschäfte waren. Auch der von Heinz Tell zitierte Herr Dr. Graßl konnte nur vermuten (!) „… das können doch nur Festgelder sein“ (wörtliches Zitat mir gegenüber).

Daher wurde beschlossen, eine Überprüfung stattfinden zu lassen und den Tagesordnungspunkt nicht weiter zu verfolgen.

Somit ist auch Tatsache/Fakt, dass in diesem Punkt der in § 18 definierten Hauptaufgabe „Überwachung der laufenden Geschäfte“ seitens des Präsidiums nicht nachgekommen worden ist. Somit ist auch Verstoß 7 gegen Satzung und Ordnungen bestandskräftig.

Erschwerend kommt hinzu, dass lt. Satzung der HVT die Gelder treuhänderisch zu verwalten hat. Die ZVS ist lt. Satzung nicht involviert, aber offensichtlich ist diese von der Geschäftsführung beauftragt worden. Ein dafür erforderlicher Präsidiumsbeschluss ist aus den mir vorliegenden Protokollen nicht bekannt.

Hier bleibt auch noch zu prüfen, ob eventuell ein weiterer, noch nicht benannter Satzungsverstoß vorliegt.

Tatsachenumkehr

Zitat HVT: “Damit hat Herr Müller aufgrund offensichtlich mangelnder Sachkenntnis für Verunsicherung unter den Aktiven gesorgt.“

Dass ein einzelnes Mitglied keine Kenntnis von der Sache hat, keine Kenntnis haben kann, ist normal. Insbesondere auch bei der restriktiven Informationspolitik des HVT.

Aber - um bei dem Ausdruck des Heinz Tell zu bleiben - jedes Mitglied hat das „Königsrecht“, spätestens in der Mitgliederversammlung aufgeklärt zu werden. Und dann ist es satzungsgemäße Aufgabe des Präsidiums, also „Königspflicht“, Sachkenntnis zu besitzen und den Mitgliedern diesbezüglich Auskunft geben zu können! Wenn das Präsidium pflichtgemäß Sachkenntnis gehabt hätte, wäre eine „Verunsicherung“ gar nicht möglich gewesen.

Fazit
Eine wortreiche Erwiderung auf der Webseite „mein-trabrennsport.de“ mit vielen Erklärungsversuchen und Andersdarstellungen. Was bei genauem Hinsehen/Lesen aber übrig bleibt:

Mindestens 6 der 7 genannten Verstöße gegen Satzungen und Ordnungen bleiben Tatsache/Fakt.

gez. Immo Müller

Teil 2 des Offenen Briefes wird Traber-News.com morgen als Newsletter veröffentlichen.