Schlittenrennen bei Nacht
vom 10.02.2016

Vergleichskampf Österreich – Deutschland in Kirchberg/Tirol

(jg) – Vergangene Woche hat sich die Redaktion von Traber-News.com eine Auszeit gegönnt. Auf dem Programm stand ein Besuch der traditionellen Pferderennen in Kirchberg/Tirol (Österreich).

Unter der Schirmherrschaft des Tiroler Trabrenn- und Traberzuchtverbandes und ihres Präsidenten Josef Reiter und organisiert vom 1. Brixentaler Trabrennverein unter Vorsitz von Andreas Hauser, fanden in Kirchberg heuer zum ersten Mal Schlittenrennen bei Nacht statt. Höhepunkt der traditionellen Veranstaltung war der Ländervergleichskampf Österreich – Deutschland mit Hans Hellmeier, Dieter Kerbaum, Josef Sparber und Herbert Strobl mit Sohn Andreas auf Seiten der Gäste. Die österreichische Fahne hielten Champion Gerhard Mayr, Hubert Brandstätter jr, Christoph Fischer, Johann Priller und Mario Zanderigo hoch.

Kinderfasching in Kirchberg/Tirol

Für den Chronisten, einen waschechten Flachlandtiroler, bedeuteten Schlittenrennen eine Premiere. Anstelle des Sulkys ziehen die Pferde auf Schnee einen Eisenschlitten mit Kufen. Dank einer hohen Sitzposition besitzt der Fahrer eine gute Sicht auf das Renngeschehen. Allerdings ist die Bahn wesentlich schmaler als übliche Trabrennbahnen und es ist sicherlich nicht einfach, Pferd und Wagen auf glattem Geläuf in der Spur zu halten. Selbstverständlich tragen die Pferde „Spikes“. Man benötigt Erfahrung und Einfühlungsvermögen, um seinen Partner Pferd sicher ins Ziel zu steuern.

Präparation der Schneepiste

In der Pferdekutsche zur Rennbahn

Die Rennen in Kirchberg führten über drei Runden oder 2100 Meter. Die Taktik ist simpel. Eine gute Startposition und ein guter Antritt sind hilfreich. Hat sich das Feld formiert, sind auf den ersten beiden Runden kaum Aktivitäten zu beobachten. Das Finish beginnt auf der letzten Gegengeraden, ca. 500 Meter vor dem Ziel.

Blick auf den Zielrichterturm der Rennbahn in Kirchberg

Anders als Rennbahnen im Flachland, die Eis und Schnee wie der Teufel das Weihwasser fürchten, sind die Rennveranstalter in Tirol glücklich über jede Schneeflocke und Kälte. Genau das ist aber das Problem der Tiroler Schlittenrennen in diesem Jahr. Die Temperaturen sind im allgemeinen viel zu warm für diese Jahreszeit. Bereits vier Renntage in Mayrhofen, Westendorf, Matrei und Kössen mussten aus diesem Grund abgesagt werden.

Die Fahnen der beiden Nationen des Ländervergleichskampfs

Die Teilnehmer am Ländervergleichskampf: Johann Priller, Mario Zanderigo, Hubert Brandstätter, Josef Sparber (v.l.n.r.)

...Josef Sparber, Herbert Strobl, Andreas Strobl, Dieter Kerbaum, Gerhard Mayr (v.l.n.r.)

Gott sei Dank nicht in Kirchberg, das eine Naturrennbahn mit sandigem Untergrund besitzt. Zahlreiche fleißige Helfer hatten eine ausgezeichnete Schneepiste präpariert. Ca. 1000 Zuschauer waren für den Rennveranstalter Lohn und Anerkennung der Bemühungen. Unter den Gästen machten wir viele Gesichter aus Bayern aus, aber auch aus Berlin und Nordrhein-Westfalen.

Eine Zuschauerkulisse fast wie in Paris

Dieser Schneehügel bot eine hervorragende Sicht auf das Renngeschehen

Auch der Goldhelm war vor Ort

Die Ersten kommen ins Ziel

Zum Programm der acht Rennen gehörte auch ein Rennen für Noriker und Kaltblutpferde. Überlegener Sieger dieser Prüfung wurde trotz Höchstzulage Blasius Steiner aus Matrei in Osttirol mit Vinesse. Mit sehr viel mehr Tempo wurden die sieben Trabprüfungen entschieden. Dreimal durfte Cornelia Mayr zur Siegerparade vorfahren (Meerwind, Manolito BMG, Dream Way), zweimal Marion Dinzinger (July Guy und Russian Roulette). Den Amazonencup des Trabersportklubs, gesponsert seit 29 Jahren von Stefan Hetzenauer, sicherte sich die sympathische Julia Strasser, Tochter von Andreas Strasser (Fantastic Shogun) aus Wattens, mit Aristocat SR.

Das Absteigen vom Rennschlitten will geübt sein

Julia Strasser und Sponsor Stefan Hetzauer bei der Siegerehrung zum Amazonencup

Siegerehrung für Herbert Strobl und Global Limousine durch den Tiroler Verbandspräsidenten Josef Reiter

Der Ländervergleichskampf, als letzte Prüfung ausgetragen, glich einem „Geisterrennen“. Dichter Nebel hatte sich über die Bahn ausgebreitet, der die Teilnehmer nach dem Passieren vor dem Rennleitungsturm zeitweilig aus den Augen verschwinden ließ. Am besten kannte sich offenbar Herbert Strobl mit der Linienführung der Bahn aus. Nach drei Runden tauchte er mit dem Mitfavoriten Global Limousine als Erster aus dem Nichts auf und sicherte so dem deutschen Team den Sieg. Wie wir später hörten, nicht zum ersten Mal, weswegen Herbert Strobl als Ehrenpreis einen schönen Schlitten der Firma Gerry Sport in Empfang nehmen durfte.

Auf den Plätzen hinter dem Sieger endete mit Gerhard Mayr, Johann Priller und Mario Zanderigo die halbe österreichische Mannschaft. Fünfter wurde Andreas Strobl, der sein erstes Schlittenrennen bestritt.

Ehrenpreise satt. Geschenke für die ersten Fünf in jedem Rennen

Siegerehrung im Festzelt durch Vereinspräsident Andreas Hauser: Johann Priller, Hubert Brandstätter, Josef Sparber, Hans Hellmeier, Dieter Kerbaum, Andreas Strobl, Herbert Strobl, Mario Zanderigo. Hinter Andreas Hauser verdeckt Gerhard Mayr (v.l.n.r.)

Sogar der Letzte erhielt eine Anerkennung

Die anschließende Siegerehrung im großen Festzelt versammelte noch einmal alle Sieger und Platzierten sämtlicher Rennen auf der Bühne. Die Teilnehmer des Vergleichskampfes wurden vom Ersten bis zum Letzten mit launigen Worten von Andreas Hauser beglückwünscht. Natürlich endete die Veranstaltung mit einem typischen „Après-Ski“ bis in die frühen Morgenstunden.

Roman Matzky mit seinen Töchtern Linda und Marlene

Julia Strasser mit Papa Andreas

Apres-Ski im Festzelt

Und die Musik spielt dazu