Vor der Breeders Crown
vom 13.09.2017

(jg) – Die Breeders Crown am 23. und 24. September in Berlin-Mariendorf zählt zu den Höhepunkten im deutschen Trabrennsport. In diesem Jahr gelangen mehr als 400.000 Euro Rennpreise und ca. 60.000 Euro Züchterprämien zur Ausschüttung.

Die Zweijährigen
Eine Startberechtigung für die Breeders Crown-Rennserie besitzen alle beim Hauptverband für Traberzucht registrierten Pferde, deren Väter für die Breeders Crown gemeldet wurden. Da bislang nur drei Rennen der Zweijährigen-Zirkelserie zur Austragung gelangt sind – fünf Rennen sind ausgefallen (!) – und lt. Trabrennkalender Nr. 36 erst 29 Zweijährige gestartet sind, ist der Kreis der chancenreichen Teilnehmer überschaubar.

Sowohl Jugend Preis-Siegerin Isabella Boshoeve (Züchter Wiebe D. Landman) als auch Winterfavorit Trial-Sieger Infant Boko (Züchter Boko Stables) besitzen eine Nennung. Sie könnten im Stuten- bzw. Hengste-Rennen die Favoritenbürde tragen. Was die Qualifikationszeiten von Avalon Mists 1:14,9 (Züchter AGM Groot Beheer) und Mister F Daag 1:15,0 (Züchter Jean L.P. Huls) wert sind, muss das Rennen zeigen.

Nach bisherigen Eindrücken stufen wir auch Laura Vici (Züchter Laurenz Meßmann) und Nonas Kiss (Züchter Günter Herz) bzw. Ihagua F Boko (Züchter Boko Stables + Flevo Farm) und Very Impressive S (Züchter Patrick Maleitzke) als chancenreich ein. Gefallen hat uns in einem Probelauf Emilion (Züchter Jean Pierre Dubois).

Die Dreijährigen
Nach Beendigung der Dreijährigen-Saison sollte die Rangfolge im Jahrgang eigentlich geklärt sein. Ist sie aber nicht! Der Vorjahres-Primus Broadwell (Züchter Jens Janssen) hat sich für Berlin angekündigt, und das macht dieses Breeders Crown-Rennen so speziell. Warten wir ab, wer sich von den Spitzenpferden des Jahrgangs der Auseinandersetzung mit Broadwell stellen wird.

Derby-Sieger Tsunami Diamant jedenfalls nicht. Der Hengst hat sich in die Winterruhe verabschiedet. St. Leger-Sieger Mc Arthur besitzt keine Breeders Crown-Nennung. Es verbleiben aber noch genügend Andere, die Broadwell auf den Zahn fühlen könnten.

Der knapp unterlegene Derby-Zweite Flying Fortuna (Züchter Saskia Schoonderwoerd-Strik) tanzte zuletzt auf jeder Hochzeit, warum nicht auch zur Breeders Crown? Oder Ganyboy (Züchter Steven Krüger), Mister Ed Heldia (Züchter Harry Opstals), Portland (Züchter Peter Heitmann + Christian Tausent), Velten Las Vegas (Züchter Peter Heitmann + Christian Tausent), Pelle Barosso (Züchter Ronald F. Nooteboom), Power of Rhythm (Züchter Richard Busch), TomNJerry Diamant (Züchter Max Schwarz), Harbour Eightysix (Züchter Granton Stable), Baxter Hill (Züchter Jean Pierre Dubois), Classic Connection (Züchter Jean Pierre Dubois) und Mac Smily (Züchter Günter Herz). Sie alle besitzen Nennung zur Breeders Crown.

Eine ähnliche Situation finden wir bei den Stuten vor. Derby-Siegerin Motion Pure (Züchter Günter Herz) könnte erneut auf ihre Kontrahentinnen aus dem Derby treffen, die da waren Charlotte Newport (Züchter Peter S. ter Borgh), Tijuana Diamant (Züchter Max Schwarz), Himoko Greenwood (Züchter Frank K. Bins), Alegra B (Züchter Thomas Berchtold + Hannelore Berchtold-Weber), Madonna ST (Züchter Gerrit Steenge) und Honesty Newport (Züchter Peter S. ter Borgh). Wir schätzen, dass sowohl bei den Hengsten als auch bei den Stuten auch die Entlastungsrennen sehr interessant besetzt sein werden.

Die Vierjährigen
Die Zuordnung im Jahrgang der Vierjährigen ist eindeutig. An Orlando Jet (Züchter Peter Busch) führt kein Weg vorbei. Muscle Boy As (Züchter Alwin Schockemöhle), Dreambreaker (Züchter Jean L.P. Huls), Mr Shorty (Züchter Dirk Frahm) und Saltnpepa Diamant (Züchter Max Schwarz) endeten in der Derby-Revanche auf den Plätzen hinter dem Favoriten.

Derby-Siegerin Gilda Newport (Züchter Peter S. ter Borgh) hat mittlerweile Konkurrenz durch Goldy Stardust (Züchter Jan W. Scheffer) erhalten. Auch Mon Etoile (Züchter Angela Hahn) zählt zu den Besten ihres Jahrgangs. Orlando Jet und Gilda Newport sind übrigens Titelverteidiger in der Breeders Crown.

Die Älteren
Das angekündigte Duell zwischen Titelverteidiger Fridericus (Züchter Firma Stall Preussen) und Cash Hanover (Züchter Michele Durand + Kurt Stefan Hörmann) ist sicherlich Höhepunkt der Samstagkarte des Breeders Crown-Wochenendes. Fridericus ist derzeit der gewinnreichste ältere deutsche Traber der Saison 2017. Cash Hanover gewann seine erste Breeders Crown 2015 und war 2014 Zweiter. Im vergangenen Jahr enttäuschte der Hengst als 10:10-Favorit krass. Lighten up Today (Züchter Thomas Kestel) sollte man in alle Berechnungen mit einbeziehen.

Bei den älteren Stuten wird wohl Celestial Light TK (Züchter Thomas Kestel) die Favoritenbürde tragen. Die Stute ist eine Vollschwester zu Lighten up Today und unterlag in diesem Jahr nur Cash Hanover und Orlando Jet.

Schlussbemerkung
Das Gerechte an der Breeders Crown ist, dass die Züchter ihrer Züchterprämien nicht beraubt werden. Auf die Züchter der Erstplatzierten der Breeders Crown-Rennen warten 15 Prozent Züchterprämie.

Unrecht hingegen ist, dass die bilanzähnliche Einnahmen- und Ausgaben-Dokumentation der Breeders Crown nur HVT-Mitgliedern zugänglich ist. Sie müssen sogar zur HVT-Mitgliederversammlung in Berlin anwesend sein, denn die Breeders Crown-Zahlen werden nicht verschickt.

Vielen Betroffenen, z.B. Besitzern, ist es verwehrt, HVT-Mitglied zu werden. Diejenigen, die es also betrifft, sind von einer Überprüfung der rechtmäßigen Verwendung der Breeders Crown-Einsätze ausgeschlossen. Wieder ein Beispiel fehlender Transparenz. Die Breeders Crown-Dokumentation gehört für jedermann zugänglich veröffentlicht.