Wie sich der HVT die Hände rein wäscht
vom 24.08.2016

(jg) – Der HVT berichtet in einem Schreiben an seine Mitglieder, dass am 8. Juni in der Geschäftsstelle des Hauptverbandes eine Kontrolle des aufsichtsführenden Ministeriums stattgefunden hat.

Drei Schreiben von Mitgliedern und eines Nichtmitglieds hatten Anlass zu dieser Prüfung gegeben. Dabei bestätigt das Ministerium nach Angaben des Hauptverbands dem HVT die Erfüllung seiner tierzuchtrechtlichen Pflichten als Züchtervereinigung. Der Präsident setzt in seinem Schreiben an die Mitglieder sogar noch eins drauf: „Alle Vorwürfe sind haltlos und widerlegt.“

Gelder aus Zirkelrennen
Dieses Thema sollte diejenigen interessieren, die 2014 und 2015 Nenngelder für die Zirkelserien geleistet haben. Unstrittig ist, dass die Zirkelserien 2014 und 2015 mit einem Überschuss endeten. Die Besitzer der nennenden Pferde haben mehr Geld eingezahlt als an Rennpreisen ausbezahlt wurden.

Und wie wäscht man sich die Hände rein? Indem man feststellt, dass die von der Mitgliederversammlung gewählten Rechnungsprüfer (Anm. Herr Peter Erwig und Herr Heinrich Gentz) lt. Protokoll der Mitgliederversammlungen 2015 und 2016 bestätigt haben, „dass die Verwendung aller Einnahmen satzungsgemäß erfolgte, die Ausgaben zweckentsprechend, wirtschaftlich und satzungsgemäß getätigt wurden und Beanstandungen sich nicht ergeben haben.“ So die wörtliche Verlautbarung des Verbandes.

Traber-News.com war bei der Mitgliederversammlung 2015 dabei. Die Rechnungsprüfer haben nicht dargelegt, dass sie die Ein- und Ausgabenseite der Zirkelserien geprüft haben. Ganz sicher haben sie das nicht.

In einem Schreiben an die Mitglieder des HVT unter dem Untertitel „Fakten im Nachgang zur HVT-Mitgliederversammlung, ohne Datum, äußert sich das HVT-Präsidium zu dieser Thematik wie folgt: „In den Jahren 2014 und 2015 überstiegen die gezahlten Einsätze der Besitzer den Anteil von 75 % der ausgeschütteten Rennpreisen in den Zirkelrennen (25 % werden von den Rennvereinen getragen).“ Etwas weiter heißt es: „Zu keinem Zeitpunkt hat das HVT-Präsidium diesen Überschuss bestritten.“ Und abschließend stellt man fest: „Da sich die Thematik im Jahr 2015 weiter fortgeführt hat, wurde nunmehr eine Erstattung an die Besitzer beschlossen.“

Auf die Erstattung warten die betroffenen Besitzer bis heute.

Protokolle der Präsidiumssitzungen
Auch hier stellt der HVT lapidar fest: „Aufgrund mangelnder personeller Kapazitäten besteht ein Rückstand bei der Aufbereitung und dem Versand von Protokollen von Präsidiumssitzungen. Die Sitzungen haben stattgefunden... Das Präsidium wird Maßnahmen ergreifen, um diesen Missstand zu beheben.“

Auch Monate nach der Mitgliederversammlung v. 14.5. 2016 haben die angekündigten Maßnahmen nicht zum Versand der Protokolle geführt.

Unverständlich bleibt, warum das aufsichtsführende Ministerium den Argumenten derjenigen, die die Prüfung beantragt hatten, nicht näher nachgegangen ist. Das Ministreium hat sich offenbar einzig und allein auf die Erklärungen des Verbandes verlassen. Fair wäre gewesen, man hätte allen beteiligten Parteien eine Einladung zum Prüfungstermin zukommen lassen, um strittige Sachbereiche gemeinsam zu klären.