Wolle mer se reinlasse?
vom 04.09.2018

(jg) – Am letzten Wochenende erhielt eine ausgewählte Gruppe von Züchtern Post vom HVT. Thema: Einladung zur Ordentlichen Mitgliederversammlung 2018 am 21. September in Berlin.

Mehr als 70 Seiten umfasst das Einladungsschreiben. Eine Überarbeitung der Satzung und Zuchtbuchordnung steht zur Abstimmung.

Traber-News.com sind mehrere Ungereimtheiten im neuen Regelwerk aufgefallen. Zum Beispiel eine nicht unwesentliche Satzungsänderung der Definition „Mitglieder“. Sie soll in Zukunft wie folgt lauten:

Jeder Züchter, mit Betriebssitz innerhalb des geographischen Gebietes (Traber-News.com: Deutschland und Polen), der zur Mitwirkung an einwandfreier züchterischer Arbeit bereit ist, hat das Recht auf Erwerb der Mitgliedschaft. Züchter im Sinn dieser Bestimmung ist, wer nach § 19 Abs. 2 und 3 ZBO im Züchterregister des HVT eingetragen ist und in den letzten fünf Jahren vor dem Jahr der beantragten Mitgliedschaft als Züchter von mindestens einem Pferd nach § 19 Abs. 2 und 3 ZBO in das Züchterregister des HVT eingetragen wurde.

Das heißt im Klartext:

Züchtern mit Wohnsitz im Ausland, die deutsche Traber züchten, soll der Zugang zur Mitgliedschaft verwehrt werden.

Dies betrifft insbesondere holländische Züchter, deren Anteil an der deutschen Traber-Population ca. 25 – 30 Prozent beträgt. Wahrscheinlich hat das Präsidium davon Wind bekommen, dass mehrere dieser Züchter eine Mitgliedschaft beantragt haben bzw. beantragen wollen. Im Hinblick auf die im nächsten Jahr anstehenden Präsidiumswahlen befürchten die augenblicklichen Amtsinhaber offenbar ein Problem.

Alexander van Dijk, Mitinitiator des TraberParti-Projekts und frisch gebackenes HVT-Mitglied, schrieb uns dazu folgende Mail:

„Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den Niederlanden halte ich für sehr wichtig. Wir sitzen in einem Boot und brauchen die gegenseitige Unterstützung, um die Not nicht noch größer werden zu lassen. Der Antrag deutet leider daraufhin, dass vor allem der HVT sich diesbezüglich sperrt. Ich bin mir sicher, dass, sollte diesem Antrag entsprochen werden, die Zahl der in den Niederlanden gezüchteten deutschen Pferde zurückgehen wird.“

Das Präsidium ist offenbar willens, mit diesem Beschluss die deutsche Traberzucht weiter zu schwächen. Erheblich weniger Fohlengeburten werden sich eklatant auf die zukünftige Dotierung des Deutschen Traber-Derbys und der Breeders Crown-Rennen auswirken. Statt Kooperation wählt man des persönlichen Wohles einiger weniger die Isolation.

Das sollten die Mitglieder nicht zulassen.