Zwei Wochen vor dem Hambletonian
vom 19.07.2017

(jg) – 24 Stunden bevor in Berlin das 122. Deutsche Traber-Derby entschieden wird, treffen sich auf The Meadowlands Amerikas beste dreijährige Traber um eine Million Dollar, um ihrerseits im 92. Hambletonian den Jahrgangs-Primus zu küren.

Der Favorit
Die Fronten sind eindeutig abgesteckt. An der Favoritenrolle Walners gibt es absolut nichts zu rütteln. Der Chapter Seven-Sohn im Besitz von Kenneth Jacobs und im Training bei Linda Toscano steht über seinem Jahrgang wie ein Bold Eagle in Frankreich. Es müsste schon ein großes Unglück passieren, wenn der Sieger einen anderen Namen besitzen wird.

Die einzige, winzige Unabwägbarkeit ist vielleicht der Modus des Rennens. Die Pferde müssen zweimal am Tag antreten. Hambletonian-Sieger ist, wer das Finale gewinnt. Über den Ausnahmetraber Walner, der erst einmal in seiner bisherigen Karriere die Bahn nicht als Sieger verließ, haben wir bereits im vergangenen Jahr Lobeshymnen gesungen. https://www.traber-news.com/article-14/items/der-beste-seit-muscle-hill.html

Heuer erwarten wir den Hengst als Hambletonian-Sieger in Weltrekordzeit. Die gemeinsam von Muscle Hill und Donato Hanover gehaltene gültige Marke von 1:08,5 für dreijährige Pferde wird das Jahr nicht überstehen.

Die Gegner
Um die lukrativen Platzgelder im Hambletonian wird sich eine Vielzahl talentierter Pferde bewerben, von denen Devious Man v. Credit Winner und Long Tom v. Muscle Hill die größten Chancen geltend machen. Devious Man trabte zuletzt hinter Walner respektable 1:09,0, war aber trotzdem chancenlos. Davor gewann der im Besitz seiner Trainerin Julie Miller und der russischen Rennstallbesitzerin Natalia Stroy befindliche Hengst das Earl Beal um 500.000 Dollar.

Von gleichem Kaliber schätzen wir den im finnischen Besitz befindlichen Long Tom ein. Der Muscle Hill-Sohn war im Earl Beal Zweiter zu Devious Man. Es war bei fünf Saisonstarts die einzige Niederlage des Hengstes in diesem Jahr. Mit Enterprise v. Chapter Seven besitzt Trainer Marcus Melander neben Long Tom noch ein weiteres heißes Eisen im Kampf um die Hambletonian-Trophäe. Der Hengst ist in sechs Lebensstarts erst einmal bezwungen.

Die letzten Hambletonian-Entscheidungen wurden von den Ställen Burke und Takter dominiert. Nicht so in diesem Jahr. Champion Ron Burke besitzt eigentlich nur einen aussichtsreichen Kandidaten: What The Hill v. Muscle Hill. Der letztjährige Peter Haughton-Sieger ist nicht gänzlich auszuschließen, wenn um die besseren Plätze hinter Walner gestritten wird. Für die Takter-Eleven King On The Hill v. Muscle Hill, Rubio v. Cantab Hall und Achille Duharas wäre die Finalteilnahme ein Erfolg.

Am breitesten ist in diesem Jahr Trainer John Butenschoen aufgestellt, der drei interessante Hambletonian-Kandidaten anspannt. Bill’s Man v. Credit Winner und Dover Dan v. Andover Hall sind vielleicht seine stärksten Waffen und Giveitgasandgo v. Yankee Glide vorzuziehen.

Das sogenannte „dark horse“ ist der Love You-Sohn International Moni. Nach seinem grandiosen Sieg im Goodtimes Trot auf Mohawk Raceway konnte der Hengst sein Engagement im Stanley Dancer auf Grund einer Kolik nicht wahrnehmen. Wir stellen International Moni auf eine Stufe mit Devious Man und Long Tom.

Ariana G unantastbar?
Nicht dermaßen krass überlegen wie Walner, aber auch sehr dominant ist die Stellung der Muscle Hill-Tochter Ariana G bei den Stuten. An ihrem Sieg in den Hambletonian Oaks kann unter normalen Umständen kein Zweifel bestehen.

Zur Zeit wird sogar spekuliert, ob Ariana G den großen Favoriten Walner herausfordern soll. Ihr Stall jedenfalls lässt sich alle Optionen offen und ist der Meinung, die Stute könnte leicht eine Zeit unter 1:09 laufen. Das wird gegen Walner nicht reichen.

Anders als bei den Hengsten stellt sich die weitere Reihenfolge im Jahrgang unübersichtlich dar. Mit Barn Bella und Celebrity Ruth besitzen zwei weitere Stars keine Hambletonian-Nennung. Beide Stuten sind führend im New York-Sires Stakes Circuit.

So sind Ariana Gs gefährlichste Konkurrentinnen die aus Kanada kommende Magic Presto v. Kadabra, die nach Ariana G zweitschnellste Stute im Jahrgang, Glitzey Gal v. Muscle Hill, Dream Baby Dream v. Muscle Hill, Feed Your Head v. Muscle Hill, Overdraft Volo v. Yankee Glide und Thats All Moni v. Cantab Hall. Einen Hinweis verdient die Muscle Massive Tochter Treviso, die den Großen bislang aus dem Weg gegangen ist und daher nach fünf Saisonstarts noch eine blütenweiße Weste besitzt.

Bemerkenswert ist, dass die Favoriten auf das Hambletonian alle aus dem mittleren Preissegment der Jährlings-Auktionen stammen. Von den genannten Hengsten war Enterprise mit 100.000 Dollar am teuersten und Giveitgasandgo mit 32.000 Dollar der Billigste. Walner kostete als Jährling 90.000 Dollar, Devious Man 62.000 Dollar und Long Tom 60.000 Dollar. International Moni ist ein „Homebred“.

Anders sieht es bei den Stuten aus. Ariana G ist ein „Homebred“, aber für Thats All Moni beispielsweise waren 230.000 Dollar, für Magic Presto 160.000 Dollar und für Glitzey Gal 140.000 Dollar nötig, um sich diese Perlen zu sichern.