Doppeltes Geld
vom 04.12.2014

(jg) – Die beiden führenden Trabernationen Europas, Frankreich und Schweden, verfolgen unterschiedliche Strategien, um ihre Vormachtstellung in Europa zu festigen.

Während der französische Zuchtverband mit Zuchtabkommen der Marke „Einbahnstraße“ den Einfluss seiner Traberrasse auszudehnen versucht, beschreitet der schwedische Zuchtverband den Weg der Verlockungen. Zum Beispiel durch „Premiechansningen“, die Verdoppelung von Preisgeldern der nationalen Gruppe 1-Rennen für zwei- bis vierjährige Pferde, Züchterprämien in Höhe von 20 Prozent in 280 Serienrennen für drei- und vierjährige Pferde oder Qualifikationsprämien in Höhe von 5.000 SeK an Züchter von Pferden, die bis zum 30. Juni ihres vierten Lebensjahres erfolgreich für den Rennbetrieb qualifiziert werden.

Jüngstes Beispiel war der Svensk Uppfödningslöpning für zweijährige Pferde am vergangenen Samstag in Jägersro. Neun der zwölf Teilnehmer waren für Premiechansningen eingeschrieben worden, u.a. auch Mister J.P., gezüchtet und im Besitz von Jean Pierre Barjon aus Frankreich. Jener Jean Pierre Barjon, der vor drei Jahren in Harrisburg die tragende Zuchtstute Graceful Touch für 560.000 Dollar erwarb und in Frankreich u.a. als Besitzer des Prix d’Amerique-Siegers Meaulnes du Corta bekannt ist. Aus der ursprünglichen Siegbörse von 600.000 Kronen machte Mister J.P. für seinen Besitzer und Züchter 1.200.000 SeK (133.000 Euro).