Breeders Crown-Analysen
vom 21.09.2016

(jg) – An diesem Wochenende lädt die Trabrennbahn Mariendorf die Traberfans von nah und fern zum großen Breeders Crown-Festival nach Berlin ein.

19 Rennen und ein Rennpreisaufkommen von 417.606 Euro stehen an zwei Tagen zur Entscheidung an. Hinzu kommen 15 Prozent Züchterprämien in Höhe von 62.640 Euro. Damit ist die Breeders Crown-Rennserie neben dem Derby zweifelsohne die größte Attraktion im deutschen Trabrennsport.

Für 188 Pferde wurde bei Starterangabe eine Nennung abgegeben. Die Aufteilung der Rennpreise in Bezug auf die Jahrgänge und die Anzahl der Starter nach Geschlechter hat folgendes Aussehen:

Jahrgang Rennpreise Rennen Starter H/W S
2014 (2j.) 53.037 Euro 3 28 9 19
2013 (3j.) 88.524 Euro 6 54 25 29
2012 (4j.) 116.302 Euro 4 40 28 12
2009-2011 (5-7j.) 159.743 Euro 6 66 44 22
Gesamt 417.606 Euro 19 188 106 82

Sowohl bei den Zweijährigen als auch bei den Dreijährigen findet man in diesem Jahr mehr Stuten als Hengste und Wallache am Start. Bei den vierjährigen und älteren Pferden befindet sich das schwache Geschlecht allerdings deutlich in der Unterzahl. Die schwache Präsenz der vierjährigen Stuten – nur ein Hauptrennen, kein Entlastungsrennen – ist alarmierend. Vielleicht trägt die gerechtere Verteilung der Zirkelgelder zu Gunsten der Stutenrennen ab 2016 dazu bei, dieses Manko zu beseitigen.

Jahrgang Starter H/W S
2011 (5j.) 34 19 15
2010 (6j.) 18 11 7
2009 (7j.) 14 14 0
Gesamt 66 44 22

Eine Analyse der Starter in der Klasse der Fünf- bis Siebenjährigen ist hochinteressant. Die Fünfjährigen sind sowohl in den Rennen der Hengste und Wallache als auch in den Rennen der Stuten zahlenmäßig am stärksten vertreten. Unter den 44 Startern männlichen Geschlechts in den Breeders Crown-Rennen der älteren Pferde sind 19 Hengste und Wallache fünf Jahre (43 %), 11 sechs Jahre (25 %) und 14 sieben Jahre alt (32 %).

Die magere Ansammlung von nur 22 Stuten in den Breeders Crown-Rennen der älteren Pferde birgt eine Überraschung. Es befindet sich keine einzige siebenjährige Stute darunter. Lediglich 15 fünfjährige und sieben sechsjährige Stuten bewerben sich um Breeders Crown-Lorbeeren.

Aufschlussreich ist auch eine Untersuchung über die Herkunft der teilnehmenden Pferde an der Breeders Crown nach der Nationalität ihrer Väter.

Jahrgang US DE FR IT SE NL
2014 (2j.) 42,8 % 17,9 % 32,1 % 3,6 % 3,6 % -
2013 (3j.) 37,0 % 27,8 % 27,8 % 5,6 % 1,8 % -
2012 (4j.) 32,5 % 17,5 % 27,5 % 15,0 % 5,0 % 2,5 %
2011 (5j.) 26,5 % 32,4 % 29,4 % 5,9 % 2,9 % 2,9 %
2010 (6j.) 16,7 % 50,0 % 33,3 % - - -
2009 (7j.) 7,1 % 64,3 % 28,6 % - - -
Gesamt 30,9 % 29,8 % 29,2 % 6,4 % 2,7 % 1,0 %

Wir stellen fest, dass ca. 90 Prozent der Breeders Crown-Starter von Vaterpferden der amerikanischen, deutschen und französischen Traberzucht abstammen. Vaterpferde anderer Traberzuchten sind praktisch ohne Bedeutung.

Der Anteil amerikanischer, deutscher und französischer Vaterpferde ist in etwa gleich groß. Der Unterschied beträgt keine zwei Prozent. Bemerkenswert jedoch ist die Gewichtung der Nationalität der Vaterpferde in den einzelnen Jahrgängen.

Die Nachkommen amerikanischer Vaterpferde sind am stärksten in den Breeders Crown-Rennen der Zwei-, Drei- und Vierjährigen vertreten. 42,8 Prozent der Starter in den Breeders Crown-Rennen für Zweijährige stammen von einem amerikanischen Hengst. Mit fortschreitendem Alter der Teilnehmer verläuft der Prozentsatz der teilnehmenden Pferde allerdings regressiv. Nur noch 7,1 Prozent der siebenjährigen Breeders Crown-Starter besitzen einen amerikanischen Hengst als Vater.

Genau gegensätzlich verlaufen die Zahlen der von deutschen Vaterpferden abstammenden Breeders Crown-Starter. Sie sind progressiv. Am stärksten sind die deutschen Vaterpferde unter den fünf- bis siebenjährigen Breeders Crown-Startern vertreten. Bei den Sechs- und Siebenjährigen stellen sie sogar mindestens die Hälfte aller Starter.

Sehr homogen sehen die Ergebnisse der französischen Vaterpferde aus. Sie sind in allen Jahrgängen zahlenmäßig gleich stark vertreten mit einem Anteil an Startern zwischen 27,5 und 33,3 Prozent. Ob unsere Beobachtungen eher zufälliger Natur sind, wäre eine andere Untersuchung wert. Vermutlich ist es eine Momentaufnahme.