Das Derby 2017 in Zahlen
vom 24.07.2017

(jg) – 81 Pferde sind für die Vorläufe am kommenden Wochenende zum Deutschen Traber-Derby 2017 und zum Arthur Knauer-Rennen genannt worden.

Das entspricht 17 Prozent des gesamten Jahrgangs der im deutschen Zuchtregister eingetragenen dreijährigen Pferde – Rekordniveau! 441.454 Euro haben die 81 voraussichtlichen Starter bislang gewonnen, also 5.450 Euro im Durchschnitt. Fast ein Viertel aller Gewinne, 105.130 Euro, wurden im Ausland erzielt.

Zusammengefasst:
Traber, registriert 2014 im deutschen Gestütsbuch: 468 Pferde
Derby-Starter: 81 Pferde = 17 Prozent
Gewinne der Derby-Starter: 441.454 Euro
Gewinne im Ausland: 105.130 Euro = 24 Prozent
Durchschnittsgewinnsumme aller Derby-Starter: 5.450 Euro

Trainer
41 Trainer zeichnen für 81 Starter in den Vorläufen. 15 Trainer mit 33 Starter sind Berufstrainer mit HVT-Lizenz und zwei Trainer mit drei Starter fungieren als Besitzer-Trainer.

Das bedeutet, mehr als 50 Prozent der an den Vorläufen teilnehmenden Pferde stehen unter Aufsicht ausländischer Ausbilder. Sie kommen aus sechs Ländern. Der Niederländer Hugo Langeweg jr. und sein Vater sind mit sechs Teilnehmern am häufigsten vertreten.

Zusammengefasst:
Trainer mit Derby-Startern: 41 Trainer
Trainer mit HVT-Lizenz: 15 Trainer = 37 Prozent
Amateur-Trainer: 2 Trainer = 2 Prozent
Hugo Langeweg jr. + sen. (NL): 6 Starter
Dirk Hafer: 5 Starter
Wolfgang Nimczyk: 5 Starter
Josef Franzl: 4 Starter
Christian Lindhardt: 4 Starter
Thorsten Tietz: 4 Starter
Erwin Bot (NL): 4 Starter

Besitzer
Unter den Besitzern registrieren wir in etwa ein Pari zwischen deutschen und ausländischen Rennställen. 39 Pferde befinden sich im deutschen (48 %) und 41 im ausländischen Eigentum (51 %). Ein Pferd besitzt sowohl einen deutschen als auch einen holländischen Anteilseigner. Im Grunde ist das 123. Deutsche Traber-Derby wieder einmal ein deutsch-holländischer Länderkampf, der in den vergangenen 15 Jahren meist zu Gunsten Oranje ausgegangen ist.

Drei Rennställe sind hervorzuheben, die 20 Prozent aller Derby-Aspiranten stellen. Die weinroten Farben von Marion Jauß sind sechsmal vertreten und je fünfmal die braunen Farben des Gestüts Lasbek und die Farben von Hausherr Ulrich Mommert. Das blaue Rennjacket des niederländischen Rennstalls Gerrits Recycling Group tragen vier Pferde an den Start.

Als der deutsche Trabrennsport gegenüber heute noch über ein Vielfaches an Pferden verfügte, war es eher selten, dass ein Stall zwei Pferde ins Derby schickte. Derby-Vorläufe gibt es seit 1979, nach Verkürzung der Derby-Distanz von 3200 Meter auf zunächst 2000 Meter. Die heutige Starterflut ist Fluch und Segen zugleich. Sie ist der Garant, dass der deutsche Trabrennsport ein Derby vorweisen kann, dessen Dotation im internationalen Rennsport noch einigermaßen konkurrenzfähig ist. Deswegen bekunden Besitzer, Züchter und Trainer aus sechs Ländern weiterhin Interesse am Deutschen Traber-Derby. Sogar aus den führenden Trabernationen Schweden und Frankreich.

Zusammengefasst:
Derby-Starter im deutschen Eigentum: 39 Pferde = 48 Prozent
Marion Jauß: 6 Pferde
Gestüt Lasbek: 5 Pferde
Ulrich Mommert: 5 Pferde
Gerrits Recycling Group (NL): 4 Pferde
Stall Habo: 3 Pferde
Granton Stables (NL): 3 Pferde
Teilbesitz Johann Holzapfel: 3 Pferde

Züchter
46 der zu den Derby-Vorläufen genannten Pferde sind von Züchtern mit Wohnsitz in Deutschland gezüchtet (57 %). Insgesamt stammen 67 Prozent des Jahrgangs 2014 aus deutschen Zuchtstätten.

Mit neun Zuchtprodukten ragt das Gestüt Lasbek in diesem Jahr heraus, gefolgt von fünf Produkten des aktuellen Züchterchampions Max Schwarz und je vier Produkten der Züchtergemeinschaft Peter Heitmann / Christian Tausent und Hans-Ulrich Bornmann.

Zwei Züchter aus diesem Block werden in Zukunft kaum noch vertreten sein. Während das Gestüt Lasbek seine Zucht mittlerweile überwiegend nach Schweden verlagert hat, ist die Züchtergemeinschaft Heitmann / Tausent nach unserem Kenntnisstand nicht mehr existent.

Zusammengefasst:
Traber, registriert 2014 im deutschen Gestütsbuch: 468 Pferde
Von deutschen Züchtern: 313 Pferde = 67 Prozent
Derby-Starter von deutschen Züchtern: 46 Pferde = 57 Prozent
Gestüt Lasbek: 9 Zuchtprodukte
Max Schwarz: 5 Zuchtprodukte
ZG Peter Heitmann / Christian Tausent: 4 Zuchtprodukte
Hans-Ulrich Bornmann: 4 Zuchtprodukte
Dr. Friedrich Gentz: 3 Zuchtprodukte
Alwin Schockemöhle: 3 Zuchtprodukte
ZG Boko Stables / Flevo Farm (NL): 3 Zuchtprodukte
Gerrits Recycling Group (NL): 3 Zuchtprodukte
Jean-Pierre Dubois (FR): 3 Zuchtprodukte

Vaterpferde
Dieses Segment interessiert uns am Meisten. Die 81 gemeldeten dreijährigen Pferde stammen von 35 verschiedenen Vaterpferden. Fünf sind deutsch registriert, 15 stammen aus Nordamerika, zwei aus Schweden, vier aus Italien und neun aus Frankreich.

Mit lediglich fünf Vertretern schneiden die deutsch registrierten Vaterpferde miserabel ab, denn insgesamt sind es 38 deutsche Vaterpferde, die dreijährige Nachkommen besitzen. Das bedeutet, lediglich 13 Prozent der deutschen Vaterpferde mit dreijährigen Nachkommen sind im Derby 2017 vertreten.

Demgegenüber sieht das Resultat ausländischer Hengst positiv aus. Von 35 amerikanischen Hengsten mit dreijährigen Nachkommen sind 15 mit Derby-Startern vertreten. Das sind 43 Prozent. Von 24 französischen Hengsten sind neun mit Derby-Startern dabei (38 %) und italienische Hengste sind sogar zu 50 Prozent vertreten.

Das macht ein wenig die Zweiklassen-Gesellschaft in der deutschen Traberzucht deutlich. Auf der einen Seite sehen wir Produkte von Muscle Hill (5 Nachkommen), Ready Cash (2 Nachkommen), Cantab Hall (3 Nachkommen), Andover Hall (2 Nachkommen), Muscles Yankee (5 Nachkommen), Love You (4 Nachkommen), Timoko (1 Nachkomme) u.a.m., alles internationale Spitzenhengste mit hohen Decktaxen. Auf der anderen Seite eine Vielzahl von Hengste, allein 33 deutsche, die im Prinzip wenig Chancen haben sich in den Vordergrund zu bringen.

Eine gehörige Überraschung ist, dass Quick Wood mit sechs Nachkommen die meisten Derby-Starter aufweist. Der Franzose stellte 2013 mit Tiger Woods As den Sieger im Deutschen Traber-Derby, aber in seiner Heimat Frankreich spielt der Hengst überhaupt keine Rolle.

Das Gros der Derby-Starter, nämlich 24 (30 %), stammt von Vätern aus der Valley Victory-Hengstlinie (Cantab Hall, Explosive Matter, Ken Warkentin, Main Wise As, Muscle Hill, Muscle Mass, Muscles Yankee, Russel November, Yankee Matador). Valley Victorys Counterpart, Garland Lobell, ist durch 11 Nachkommen (14 %) seiner Söhne und Enkel vertreten.

Relativ breit gestreut ist die Herkunft der Vaterpferde französischer Herkunft. Die Coktail Jet-Hengstlinie ist zwar nur mit vier Hengsten vertreten (Brioni, Love You, Quick Wood, Rocklyn), sie zeichnet aber immerhin für 14 Derby-Starter (17 %) verantwortlich.

Deutsche Hengste:
Abano As, geb. 1997 v. Dylan Lobell (US): 5 Nachkommen
Brioni, geb. 2003 v. Timberland (DE): 3 Nachkommen

Französische Hengste:
Quick Wood, geb. 2004 v. Love You (FR): 6 Nachkommen
Ganymede, geb. 1994 v. Buvetier d’Aunou (US): 5 Nachkommen
Love You, geb. 1999 v. Coktail Jet (FR): 4 Nachkommen

Amerikanische Hengste:
Muscle Hill, geb. 2006 v. Muscles Yankee (US): 5 Nachkommen
Muscles Yankee, geb. 1995 v. Valley Victory (US): 5 Nachkommen
Dream Vacation, geb. 1997 v. Pine Chip (US): 4 Nachkommen

Andere Hengste:
Main Wise As (IT), geb. 2006 v. Yankee Glide (US): 5 Nachkommen

Zuchtmerkmale
Wir wissen, dass 29 der 468 deutschen Traber des Derby-Jahrgangs 2x2, 2x3, 3x3 oder 2x4 ingezogen sind (6 %). Fünf davon (17 %) sind im Derby dabei (Champlain, Kentucky Bo, Mac Smily, Makalo und NYSE).

Wir haben auch festgestellt, dass 73 Pferde des Jahrgangs 2014 aus Müttern stammen, die ingezogen sind (16 %). An den Derby-Vorläufen nehmen 13 von ihnen teil (18 %). Dies sind Everything at once, Final Destination, Hairos F Boko, Hampshire F Boko, Hands Down, Hazel Newport, Highway Fortuna, Mc Arthur, Mister Ed Heldia, Nordmann, Ourique, Tiffany Diamant und Tsunami Diamant.

Fast alle aufgelisteten Inzucht-Pferde stammen aus führenden Zuchtstätten und besitzen kein „Pedigree des Monats“ (siehe unser Beispiel v. 30.6.). Es unterstützt unsere Behauptung, dass Inzucht in wissenden Händen vorteilhaft sein kann.