Deutsche Vaterpferde-Statistik: Jahrgang 2011
vom 21.01.2016

(jg) – Zum vierten Mal veröffentlicht Traber-News.com eine Statistik deutscher Traber. Unsere heutige Präsentation betrifft den Geburtenjahrgang 2011. Erfasst wurden sämtliche Starts, Gewinne und Siege der 2011 geborenen deutschen Traber auf deutschen Rennbahnen.

Unsere Statistik ist natürlich nicht perfekt. Eine Schwäche ist sicherlich die Tatsache, dass nicht gestartete Nachkommen von Vaterpferden und Starts im Ausland keinen Einfluss auf unsere Wertberechnung nehmen. Dies ist aber im heutigen globalen Trabrennsport nur schwer zu bewerkstelligen. Eine beachtliche Anzahl deutscher Traber werden ins Ausland verkauft. Ihre Rennkarrieren ausfindig zu machen und zu verfolgen, insbesondere in osteuropäischen Staaten, ist aufwändig und gelegentlich sogar unmöglich. Die zum Teil krass unterschiedlichen Gewinnmöglichkeiten innerhalb Europas erschweren einen fairen Vergleich zusätzlich. Daher halten wir es für vernünftig und vertretbar, ausschließlich die Rennleistungen der Pferde eines Jahrgangs innerhalb Deutschlands zusammenzufassen und zu vergleichen.

Der Jahrgang 2011

556 Nachkommen umfasst der Jahrgang 2011 lt. HVT-Angaben, von denen 351 im Alter von zwei, drei oder vier Jahren mindestens einen Start auf einer deutschen Rennbahn absolviert haben. Das sind 63,1 Prozent. Der Spitzenwert der Jahrgänge 2006 bis 2011. Man könnte daraus eventuell den Schluss ziehen, dass wieder mehr junge Pferde in Deutschland verbleiben. Im Durchschnitt startete jedes Pferd 11,4 Mal und gewann (in Deutschland) 563 Euro pro Start. Auch diese Zahl stellt, im Vergleich zu vorangegangenen Jahrgängen, einen Bestwert dar.

Jahrgang *1 *2 *3 *4 *5
2011 556 351 63,1 % 3988 604
2011 599 339 56,6 % 4510 640
2009 624 360 57,7 % 4224 651
2008 630 285 45,2 % 3822 557
2007 687 290 42,2 % 3591 521
2006 878 364 41,5 % 4380 679
  3974 1989 50,1 % 24515 3652

*1) Anzahl Pferde im Jahrgang
*2) Anzahl Pferde 2j. / 3j. oder 4j. in Deutschland gestartet
*3) Prozentzahl 2j. / 3j. oder 4j. in Deutschland gestartet
*4) Anzahl Starts in Deutschland 2j. - 4j.
*5) Anzahl Siege in Deutschland 2j. - 4j

Jahrgang *6 *7 *8
2011 2.247.114 Euro 146.665 Euro 563 Euro
2010 2.417.734 Euro 170.661 Euro 536 Euro
2009 2.168.468 Euro 165.077 Euro 513 Euro
2008 1.727.204 Euro 149.367 Euro 452 Euro
2007 1.881.627 Euro 128.269 Euro 524 Euro
2006 2.084.893 Euro 158.330 Euro 476 Euro
  12.527.040 Euro   511 Euro

*6) Renngewinne 2j. - 4j. in Deutschland
*7) Maximaler Renngewinn eines Pferdes im Jahrgang 2j. - 4j. in Deutschland
*8) Durchschnittlicher Renngewinn 2j. - 4j. pro Start in Deutschland

Die Summe aller Rennpreise, die die Vertreter des Jahrgangs 2011 in Deutschland erzielten, betrug 2.247.114 Euro. Im Durchschnitt gewann jedes gestartete Pferd des Jahrgangs 2008 in drei Saisons 6.402 Euro. Erfolgreichstes Pferd des Jahrgangs 2011 war natürlich Derby-Sieger Expo Express. Seine Renngewinne von 146.665 Euro bei lediglich zehn Starts wurden von keinem anderen Vertreter des Jahrgangs übertroffen. Ebenso wenig sein durchschnittlicher Wert von 26,05, errechnet aus dem durchschnittlichen Gewinn pro Start in Deutschland in Relation zum durchschnittlichen Gewinn aller Pferde des Jahrgangs. Gemeinsam mit Stacelita erzielte Expo Express die meisten Siege in den gehobenen Jahrgangsklassikern (Adbell Toddington, Buddenbrock, Derby).

Die Liste der gewinnreichsten Vaterpferde wird zum vierten Mal in Folge von Love You angeführt. Schon die Nachkommen seiner Jahrgänge 2008, 2009 und 2010 gewannen im Alter von zwei- bis vier Jahren die meisten Preisgelder in Deutschland. Sein Jahrgang 2011 gewann 200.707 Euro.

Love Yous erfolgreichste Nachkommen im Jahrgang 2011 waren der Wallach Louisdor und die Stute Imi Para Mi, die das 3,56- bzw. 3,51-fache des durchschnittlichen Gewinns pro Start eines Pferdes im Jahrgang erzielten. Im positiven Bereich lagen des weiteren seine Nachkommen Mighty Hanover (2,52-fache), Celestial Light TK (1,91-fache), Nasdaq (1,52-fache), Popeye Diamant (1,29-fache) und Love Victory (1,20-fache).

Der letzte Primus vor Love You als gewinnreichstes Vaterpferd war Ganymede mit seinem Jahrgang 2007 gewesen. Mit seinem Jahrgang 2011 steht Ganymede in der Gesamtgewinnsumme seiner Nachkommen an zweiter Stelle und in der durchschnittlichen Gewinnsumme sogar auf Platz eins. Sieben gestartete Nachkommen von Ganymede gewannen im Durchschnitt pro Start das 5,01-fache aller gestarteten Pferde des Jahrgangs. Emma di Quattro und Ganystar waren seine herausragenden Vertreter. Die Stute gewann pro Start das 10,36-fache des durchschnittlichen Gewinns im Jahrgang und Ganystar das 8,22-fache.

Unsere Liste der Vaterpferde, die 2011 ihren ersten Jahrgang in Deutschland vorstellten, sieht zwei Hengste im grünen Bereich: So Lovely Girl und Virgill Boko. So Lovely Girl besaß nur drei Nachkommen am Ablauf, von denen Star Potential mit einem Wert von 3,91 herausragte. Virgill Boko brachte acht Nachkommen an den Start. Sein bester Vertreter war Ginger Heldia mit einem Wert von 4,37.

351 Nachkommen stammen von 122 Vaterpferden

Allerdings müssen wir feststellen, dass eine sichere Beurteilung von Vaterpferden in Deutschland immer schwieriger wird. Die einzelnen Jahrgänge werden immer kleiner und ein zuverlässiger Aussagewert somit immer unwahrscheinlicher. 351 gestartete Pferde des Jahrgangs 2011 stammen von 122 Vaterpferden. Das sind nicht einmal drei Nachkommen pro Vaterpferd im Durchschnitt. Für die Berechnung des Zuchtwertes eines einzelnen Pferdes haben wir mindestens 10 Starts in Deutschland als erforderlich betrachtet. Bei den Vaterpferden haben wir die Mindestzahl der Starts sämtlicher Nachkommen auf 25 Starts definiert. Der Zuchtwert bezieht sich auf den durchschnittlichen Gewinn eines Pferdes pro Start in Relation zum durchschnittlichen Gewinn aller gestarteten Pferde des Jahrgangs.

Eine bessere Aussagekraft liefert die Zusammenfassung der Jahrgänge 2006 bis 2011. Diese Statistik zeigt 81 Vaterpferde, deren Nachkommen im Alter von zwei bis vier Jahren mindestens 60 Starts in Deutschland absolviert haben und 250 Vaterpferde mit Nachkommen, die weniger als 60 Starts in Deutschland aufweisen. 27 Vaterpferde der ersten Gruppe bewegen sich im positiven Bereich, d.h. ihre Nachkommen gewannen pro Start mehr als der Durchschnitt.

An der Spitze steht Quick Wood, dessen Jahrgang 2010 Derby-Sieger Tiger Woods As (170.661 Euro) und Mustang’s Sally als herausragende Vertreter aufwies. An zweiter Stelle folgt Dream Vacation, dessen Spitzenverdiener im Jahrgang 2009 Derby-Sieger Dream Magic BE (165.077 Euro) war. Die beiden Beispiele machen deutlich, wie sehr ein einziger herausragender Nachkomme das gesamte Zuchtbild beeinflussen kann. Selbst eine Beurteilung auf der Grundlage von ca. 100 Starts aller Nachkommen über sechs Jahrgänge würde nur ein ungefähres Bild widerspiegeln. Neueste Erhebungen zeigen, dass nur noch wenige Vaterpferde zehn Nachkommen pro Jahr in Deutschland aufweisen. Wie soll da eine aussagekräftige Zuchtwertschätzung gelingen?

Zum Abschluss unseres Berichtes möchten wir zum wiederholten Male die eindringliche Bitte an den HVT richten, die jährlichen Geburtenregister in ihrer Gesamtheit zu veröffentlichen. Alphabetisch und nach Vaterpferden sortiert. Die Veröffentlichung des Geburtenregisters, für einen Zuchtverband eigentlich eine selbstverständliche Handhabung, wurde 2002 mit der Einstellung der Jahresstatistiken und Jahresbilanzen aufgegeben.

Die nachstehenden Anhänge zeigen zum einen den Jahrgang 2011 mit allen in Deutschland gestarteten Pferden, zum anderen eine Zusammenfassung der Vaterpferde. Der dritte Anhang liefert einen Überblick auf die Jahrgänge 2006 bis 2011.

Jahrgang 2011 Vaterpferde

Jahrgang 2011 alle gestarteten Pferde

Jahrgänge 2006 – 2011 Vaterpferde