Top-Zweijährige im Rückblick der Geschichte
vom 26.07.2015

(jg) – Wenn am Samstag in Berlin-Mariendorf das Auktions-Rennen um 50.000 Euro entschieden ist, kennen wir wahrscheinlich den gewinnreichsten zweijährigen Traber Deutschlands 2015.

Um die Zukunft der Traberzucht in Deutschland muss man sich schon seit geraumer Zeit sorgen. Einhergehend mit einem stetigen Rückgang an Fohlengeburten ist auch das Leistungsvermögen deutscher Traber nicht mehr wie früher. International trabt die „Rasse Deutscher Traber“ bei großen Veranstaltungen mittlerweile nur noch hinterher.

Das Auktions-Rennen um 50.000 Euro ist umstritten. Einerseits gewinnen Vertreter des jüngsten Jahrgangs so wenig Geld wie nie zuvor, andererseits bietet das Auktions-Rennen zu einem sehr frühen Zeitpunkt der Saison Verdienstmöglichkeiten wie nie zuvor. Bis zum Derby in 12 Monaten wird es keine weitere Jahrgangs-Zuchtprüfung mit ähnlicher Dotierung geben.

Schuld ist auch eine Zuchtpolitik, die seit Jahren sämtliche Rennen für zweijährige Pferde international geöffnet hat. Zusammen mit den Züchterprämien, die deutsche Züchter täglich unter Duldung des Zuchtverbandes im europäischen Rennsport verlieren, ist die deutsche Traberzucht dabei, sich zu verflüchtigen. Eine Umkehr scheint heutzutage nicht mehr möglich.

Nachfolgend haben wir eine Auflistung der gewinnreichsten zweijährigen Traber Deutschlands seit der Nachkriegszeit erstellt. Die Liste ist nach Geschlechter unterteilt. Für die einen wird es mehr oder weniger Nostalgie sein, für andere Zeugnis über Aufschwung und Niedergang des deutschen Trabrennsports der letzten 70 Jahre.

Der HVT wäre gut beraten, unsere Arbeit zu archivieren, nachdem die über Jahrzehnte üblichen Jahresstatistiken und Jahresberichte über den deutschen Trabrennsport nunmehr seit über 10 Jahren nicht mehr veröffentlicht wurden. Im Zeitalter der modernen Medien ist das ein Armutszeugnis ohnegleichen.

Jahr Hengst Gewinne Rekord Abstammung
1947 Merker 23.000 RM 1:30,0 The Great McKinney (US) - Mekka (DE)
1948 Hans Peter 5.300 DM 1:32,4 Agal (DE) - Jolanthe (DE)
1949 Jobber 8.250 DM 1:29,3 Agal (DE) - Jolanthe (DE)
1950 Liudolf 7.300 DM 1:28,0 Minister (DE) - Liebchen (DE)
1951 Uwe 4.950 DM 1:28,6 Hindu (DE) - Lichtmeß (DE)
1952 Granit 5.900 DM 1:28,4 Wacholder (DE) - Gernanda (DE)
1953 Eventuell 7.400 DM 1:26,8 Ethawa (DE) - Dyme (DE)
1954 Wulf 20.200 DM 1:23,8 Permit (DE) - Reditta (DE)
1955 Astral 7.780 DM 1:29,9 Guardsman (US) - Liebste (DE)
1956 Bibamus 9.500 DM 1:26,1 Blaukopf (DE) - Liebste (DE)
1957 Alfa Romeo 18.900 DM 1:23,1 Epilog (DE) - Nono (DE)
1958 Merian 17.100 DM 1:25,9 Miramus (DE) - Madrigal (DE)
1959 Errol 18.520 DM 1:25,2 Permit (DE) - Manitoba (DE)

Die ersten Zweijährigen-Rennen nach dem Zweiten Weltkrieg fanden 1947 statt. Die Leistungen waren zunächst noch sehr bescheiden. Man muss bedenken, dass die Aufzuchtmöglichkeiten, z.B. die Futterversorgung, sehr schwierig waren. Gezüchtet wurde mit Hengsten und Stuten, die die Schreckensjahre überlebt hatten. Das Zuchtgebiet um Berlin war verloren gegangen. Die ersten Stars der Nachkriegszeit hießen Wulf und Alfa Romeo. Der Epilog-Sohn siegte später sogar in Schweden. Einziger Derby-Sieger aus der Gruppe der 40er- und 50er-Jahre-Champs war Errol.

Jahr Stute Gewinne Rekord Abstammung
1947 Prinzeß Spencer 16.200 RM 1:29,6 Spencer Gay (US) - Prinzessin Caid (DE)
1948 Ingrun 4.850 DM 1:30,7 Epilog (DE) - Betta Guy (DE)
1949 Rarität 7.600 DM 1:28,7 Epilog (DE) - Kameradschaft (DE)
1950 Pracht 5.275 DM 1:27,6 Legality (US) - Wabe (DE)
1951 Santa Fe 7.300 DM 1:28,7 Minister (DE) - Salinchen (DE)
1952 Idola 8.570 DM 1:28,1 Prolog (DE) - Ida S. (DE)
1953 Valparaiso 8.660 DM 1:24,8 Man of Action (US) - Kameradschaft (DE)
1954 Naslanda 4.760 DM 1:30,5 Leonhard (DE) - Naseweischen (DE)
1955 Wonne 7.980 DM 1:25,3 Dachs (DE) - Medena (DE)
1956 True full 16.425 DM 1:25,7 Miramus (DE) - True Ruth (US)
1957 Way Around 18.000 DM 1:23,8 Algiers (US) - Countess Belwin (US)
1958 Delingsdorferin 22.625 DM 1:24,4 Permit (DE) - Nobleness (DE)
1959 Nobelle 7.750 DM 1:25,2 Irmberoth (DE) - Nobby (DE)

Unter den Stuten verdient True full einen Hinweis, die eine exzellente Zuchtstute wurde. Ihr Sohn True man stand 1965 an der Spitze seines Jahrgangs. Way Around war eine Importstute mit Inländerstatus. Mit Delingsdorferin stellte die legendäre Nobleness ihren ersten von vier Jahrgangscracks vor.

Jahr Hengst Gewinne Rekord Abstammung
1960 Viterbo 19.500 DM 1:24,5 Mac Kinley (NL) - Vielliebchen (DE)
1961 Gutenberg 25.900 DM 1:22,3 Permit (DE) - Nobleness (DE)
1962 Hadu 61.600 DM 1:20,2 Permit (DE) - Nobleness (DE)
1963 Ibykos 34.000 DM 1:22,7 Permit (DE) - Queen Paula (DE)
1964 Heres 28.500 DM 1:20,6 Bibijunge (DE) - Bünzer Mädel (DE)
1965 True man 39.450 DM 1:20,8 Permit (DE) - True full (DE)
1966 Lord Pit 103.632 DM 1:22,1 Permit (DE) - Nobleness (DE)
1967 Majano 88.500 DM 1:19,9 Hadu (DE) - Manitoba (DE)
1968 Crazy Way 51.050 DM 1:21,9 Mr. Way (US) - Charme (DE)
1969 Early Boy 82.800 DM 1:20,1 Santiago (DE) - Early Dares (US)

Der Aufschwung der deutschen Traberzucht setzte sich in den 60er Jahren fort. Gutenbergs Rekordmarke von 1:22,3 aus dem Jahre 1961 verbesserte den Deutschen Zweijährigenrekord von Semper idem aus dem Jahre 1929. Hadu legte 12 Monate später nach und drückte den Rekord um über zwei Sekunden auf 1:20,2. Mit Majano trabte erstmals ein zweijähriges Pferd den Kilometer unter 1:20.

Erstmals gewann ein zweijähriges Pferd 100.000 DM in einer Saison. Auch deshalb erhielt Lord Pit den schmückenden Beinamen „trabender Geldschrank“. Es war die Ära von Walter Heitmann und Eddy Freundt, die jedes Jahr Spitzenzweijährige in ihren Ställen besaßen. Die 1966 geborene Violine, die für die Farben des heute noch aktiven Stalles Cortina startete, übertraf sogar noch Lord Pits Jahresgewinnsumme.

Jahr Stute Gewinne Rekord Abstammung
1960 La Plata 16.640 DM 1:23,4 Permit (DE) - Fräulein Luci (DE)
1961 Drixa 19.300 DM 1:25,3 Minister (DE) - Eulendrixi (DE)
1962 Fionetta 24.800 DM 1:22,8 Corsaro (DE) - Bünzer Mädel (DE)
1963 Karen 15.050 DM 1:23,5 Riedel (DE) - Kerze (DE)
1964 Loreley 55.540 DM 1:20,5 Worthy Pride (US) - Leonore (DE)
1965 Escala 46.690 DM 1:21,6 Permit (DE) - Hanneken (DE)
1966 Wallburg 49.615 DM 1:22,1 Io d'Amour (FR) - Wallgunde (DE)
1967 Palomina 28.000 DM 1:21,1 Bond Hanover (US) - Parquita (BE)
1968 Violine 114.200 DM 1:21,1 Corsaro (DE) - Virginie (DE)
1969 Chelnette 42.450 DM 1:21,3 Gerrol (DE) - Chelsea (DE)

Einmalig ist die Zuchtleistung der Nobleness, die mit Delingsdorferin (geb. 1956), Gutenberg (geb. 1959), Hadu (geb. 1960) und Lord Pit (geb. 1964) viermal den gewinnreichsten zweijährigen Traber der Nachkriegszeit stellte. Gutenberg, Hadu und Lord Pit gewannen später das Deutsche Traber-Derby.

Jahr Hengst Gewinne Rekord Abstammung
1970 Lord Noble 67.700 DM 1:21,3 Permit (DE) - Goldmark (DE)
1971 Lord Walker 192.550 DM 1:21,1 Fred Walker (US) - Loreley (DE)
1972 Boss 107.800 DM 1:21,4 Eidelstedter (DE) - Reelle (DE)
1973 Salo 100.500 DM 1:19,6 Santiago (DE) - Lotterie (DE)
1974 Deinhard 54.700 DM 1:21,4 Quand Meme (FR) - Renea (DE)
1975 Arcas 52.900 DM 1:23,9 Spike Hanover (US) - Bachmut (DK)
1976 Corner 281.000 DM 1:18,9 Polaris (US) - Angel (DE)
1977 Skipper 227.837 DM 1:18,4 Polaris (US) - Namanga (DE)
1978 Yoster Clöving 197.420 DM 1:18,2 Nizam II (DE) - Yorica (DE)
1979 Savoy 92.241 DM 1:21,1 Keystone Pride (US) - Signorina (DE)

Die Stars der 70er Jahre hießen Lord Walker, Noble und Corner. Lord Walker erzielte im Max Herz-Rennen, mit 150.000 DM zu jener Zeit die höchstdotierte europäische Zweijährigenprüfung, seinen fünften Zuchtrennensieg als Zweijähriger. Aus dem Gestüt Lasbek stammte Noble, die 1972 den Preis des Winterfavoriten (150.000 DM) und das Max Herz-Rennen (150.000 DM) gewann. Anschließend wurde die Trabrennordnung geändert und zweijährige Traber durften nur noch sechs Starts in einer Saison absolvieren.

Trotzdem ertrabte Corner 1976 die Rekordgewinnsumme von 281.000 DM. Der Hengst blieb zweijährig bei sechs Starts ungeschlagen und siegte u.a. im Rennen Nr. 4 (128.000 DM), Westdeutschen Jugend-Preis (125.000 DM), Jugend-Preis (100.000 DM), Max-Herz-Rennen (100.000 DM) und Preis des Winterfavoriten (100.000 DM). Erwähnenswert auch Yoster Clöving, der mit 1:18,2 den europäischen Zweijährigenrekord egalisierte.

Jahr Stute Gewinne Rekord Abstammung
1970 Maxi 26.700 DM 1:22,0 Corsaro (DE) - Matuschka (DE)
1971 Desidera 42.500 DM 1:21,8 Gerrol (DE) - Cesira (DE)
1972 Noble 204.100 DM 1:20,5 Lord Pit (DE) - Puff Hanover (US)
1973 Eglantine 41.500 DM 1:20,1 Vagant (DE) - Passiflora (DE)
1974 Elkina 38.700 DM 1:23,8 Amastar (US) - Enrica (DE)
1975 Odile 94.500 DM 1:21,5 Keystone Pride (US) - Option (DE)
1976 Ilnette 81.050 DM 1:20,7 Cap d'Antibes (US) - Chelnette (DE)
1977 Ada 34.000 DM 1:19,5 Amastar (US) - Junia (DE)
1978 Sense of Rhythm 133.000 DM 1:19,5 Songcan (US) - Linessa Hanover (US)
1979 Ustrina 86.575 DM 1:24,3 Lord Pit (DE) - Mistrina Hanover (US)

Kehrseite der Medaille: Nur Ada gewann als zweijähriger Champion im Jahr darauf das Derby. Corner verpasste das Rennen auf Grund einer Infektion.

Jahr Hengst Gewinne Rekord Abstammung
1980 Noble Stardom 109.187 DM 1:20,0 Noble Victory (US) - Egyptian Starlet (US)
1981 Texas Clöving 66.000 DM 1:20,8 Texas (US) - Quantum (US)
1982 Speed Clöving 191.100 DM 1:18,9 Speedy Somolli (US) - Envy Duke (US)
1983 Igor 83.670 DM 1:19,3 Lord Pit (DE) - Goldika (DE)
1984 Diamond Way 506.000 DM 1:20,4 Super Way (US) - Königskrone (DE)
1985 Every Way 549.500 DM 1:17,3 Super Way (US) - Gastilla (DE)
1986 Toppino 300.620 DM 1:17,7 Cheetah (US) - Toppy (DE)
1987 Power 337.850 DM 1:16,9 Lord Pit (DE) - Peony Hanover (US)
1988 Lisas Boy 445.500 DM 1:14,4 Abido (IT) - Lisas Abc (US)
1989 Izard Way 224.100 DM 1:17,4 Super Way (US) - Wizard Fortuna (NL)

1984 gelangte erstmals der Gold-Pokal in Gelsenkirchen zur Austragung. Die Dotierung betrug 1.000.000 DM und war das höchstdotierte Zweijährigenrennen der Welt. Ähnlich wie heute das Auktions-Rennen war der Sieger zum Saisonende selbstverständlich der Krösus seines Jahrgangs. Dies war Ivona Girl, die trotz eines Startplatzes in der zweiten Reihe und Dank der cleveren Fahrerchip eines Rolf Dautzenberg für Toto 272:10 auf einen Schlag um eine halbe Million DM reicher war. Der Favorit Diamond Way musste aus der dritten Reihe starten und wurde immerhin noch mit einer Viertelmillion belohnt.

Die 80er Jahre waren geprägt von den Pferden der Ställe Schockemöhle und Wewering. Noble Stardom, Diamond Way, Every Way und Toppino setzten sich auch im Deutschen Traber-Derby durch. Lisas Boy verlor das Gefecht am grünen Tisch. Every Way und Lisas Boy trugen sich in die Rekordliste als schnellster deutscher zweijähriger Traber aller Zeiten ein.

Jahr Stute Gewinne Rekord Abstammung
1980 Wende Clöving 79.500 DM 1:20,0 Keystone Pride (US) - Wena Clöving (DE)
1981 Lyrical Crown 107.500 DM 1:21,5 Speedy Crown (US) - Lyrical (US)
1982 J.J. Bowling 67.100 DM 1:20,7 Super Bowl (US) - Tropic Isle (US)
1983 Indira Pit 194.250 DM 1:18,9 Lord Pit (DE) - India (DE)
1984 Ivona Girl 536.760 DM 1:19,6 Keystone Steward (US) - Miss Apride (DE)
1985 Desira 72.398 DM 1:19,2 Steve Lobell (US) - Hopeful Fashion (US)
1986 Pretty Countess 376.685 DM 1:17,4 Native Starlight (US) - Starry Countess (US)
1987 Irisante 199.676 DM 1:15,7 Keyst. Voyager (US) - Schw. Arabeske (DE)
1988 Camp Marywood 286.200 DM 1:16,3 Homesick (US) - Miller's Daughter (US)
1989 Ata Dee 462.646 DM 1:15,1 Diamond Way (DE) - Ata Living Dee (US)

Auffallend ist der hohe Anteil zweijähriger Spitzenpferde aus US-Stuten. 60 Prozent der Jahrgangschamps der 80er Jahre stammten aus einer importierten Stute. Die enormen Verdienstmöglichkeiten für die jungen Pferde hatten die Zucht zum Kochen gebracht und neue Besitzer angelockt. Der Gold-Pokal bildete das kulminierte Spektakel. Natürlich war nicht alles Gold was glänzte, doch früher wie heute starten die Rennställe immer noch um ihr eigenes Geld. Mit dem Unterschied früher um Goldnuggets, heute um Blech.

Jahr Hengst Gewinne Rekord Abstammung
1990 Sir Action 658.400 DM 1:15,9 Action Nevele (DE) - Lady Crown (DE)
1991 Titan Way 239.000 DM 1:15,0 Diamond Way (DE) - Terra Titanic (DE)
1992 Hans Boshoeve 204.300 DM 1:16,2 Zoot Suit (US) - Yeaning Boshoeve (NL)
1993 Real Speed 255.300 DM 1:14,1 Baltic Speed (US) - Redeemed (US)
1994 Pik König 411.500 DM 1:15,8 Niton (DE) - Schwarze Arabeske (DE)
1995 Fazimo 243.800 DM 1:15,4 Speedy Soma (DE) - Pazime (DE)
1996 Dothebest 274.054 DM 1:15,6 Crysta's Best (US) - Dissette (DE)
1997 Hy My Boy 166.055 DM 1:15,3 Chergon (DE) - Trymybest (DE)
1998 Nightstar Yankee 196.875 DM 1:14,7 Yankee Cougar (US) - Victrix R (NL)
1999 Abano As 262.450 DM 1:14,5 Dylan Lobell (US) - Armbro Junction (US)

Der gewinnreichste zweijährige deutsche Traber aller Zeiten heißt Sir Action, gezüchtet von Manfed Matten, im Besitz von Heiner Mühlenbroich (Stall Arnika). Der Action Nevele-Sohn startete zweijährig elf Mal und gewann zehn Rennen. Seine einzige Niederlage bezog er gegen Double Crown, seine hartnäckigste Widersacherin, im Rheinischen Zukunfts-Preis in Mönchengladbach.

Sir Action siegte u.a. im Gold-Pokal (440.000 DM), Deutscher Zweijährigen-Preis (150.000 DM), Preis des Winterfavoriten (120.800 DM), Bayerischer Jugend-Preis (100.000 DM) und Rennen Nr. 4 (100.000 DM). Zum europäischen Crack und zum „König der Zweijährigen“ wurde der Hengst durch seinen Sieg im Mailänder Gran Criterium.

Jahr Stute Gewinne Rekord Abstammung
1990 Double Crown 386.410 DM 1:16,1 Crowning Point (US) - Kawartha Trillium (US)
1991 Cobira 359.600 DM 1:15,0 Gridiron Lad (US) - Cobia (US)
1992 Dalloah No 268.400 DM 1:15,9 Diamond Way (DE) - Pem Lobell (DE)
1993 Sunset Lane 503.000 DM 1:14,0 Diamond Way (DE) - Superior's Spell (US)
1994 Donau 185.100 DM 1:16,2 Yankee Cougar (US) - Diamantis (DE)
1995 Firabella 139.300 DM 1:14,5 Cheetah (US) - Irabell (DE)
1996 Kandalora 253.334 DM 1:14,3 Bonefish (US) - Keystone Lauren (US)
1997 In Love November 237.735 DM 1:15,3 Lindy's Crown (US) - Camp Marywood (DE)
1998 Joli November 102.875 DM 1:16,3 Texas (US) - Meadowbranch Grace (US)
1999 Ghost Town 133.240 DM 1:15,5 Call Upon (US) - Gila (DE)

Das Jahrzehnt vor der Jahrtausendwende brachte weitere bemerkenswerte Zweijährige zum Vorschein. Sunset Lane, die Derby-Siegerin des Jahres 1994, ist noch heute Inhaberin des deutschen Zweijährigenrekords für Stuten. Die Frage nach der gewinnreichsten deutschen Traberstute aller Zeiten ist heutzutage Dank der Verweigerung des HVT über diesbezügliche Statistiken zum Mysterium geworden. Wir lüften dieses Geheimnis und verraten, dass die Lösung Double Crown heißt, die gewinnreichste zweijährige Stute des Jahres 1990.

Begann das Jahrzehnt 1990 mit den Rekordtrabern Sir Action und Double Crown, so endete es 1999 mit Abano As, den wohl erfolgreichsten deutschen Traber der Nachkriegszeit. Seine beiden Auftritte im Prix d’Amerique 2003 und 2004 zählen zu den Höhepunkten der deutschen Traberzucht. Heroen dieser Klasse sind heutzutage weit und breit nicht in Sicht.

Jahr Hengst Gewinne Rekord Abstammung
2000 Zerberus 183.690 DM 1:15,7 Tenor de Baune (FR) - Three Troikas (DE)
2001 Pablo As 299.838 DM 1:15,9 Diamond Way (DE) - Patriot Victory (US)
2002 Nelson November 77.173 E 1:14,9 Coktail Jet (FR) - Dalloah No (DE)
2003 Orso November 33.650 E 1:16,9 General November (DE) - In Love Nov. (DE)
2004 Unforgettable 35.156 E 1:15,4 Diamond Way (DE) - Pine Spirit (US)
2005 Armstrong As 38.573 E 1:15,8 Diamond Way (DE) - Armbro Junction (US)
2006 Why Not As 54.575 E 1:16,8 Pink Diamond (DE) - Why Indeed (US)
2007 Bagley 24.375 E 1:16,1 Bartali Ok (IT) - Novel Boshoeve (DE)
2008 Wee Catch Diamond 13.973 E 1:17,7 Diamond Way (DE) - Wee Caitlin (US)
2009 Super Neo 31.950 E 1:16,9 Gigant Neo (SE) - La Donna (DE)
2010 Impact As 11.013 E 1:18,6 Pablo As (DE) - Image of Beauty (US)
2011 Dream Magic BE 17.750 E 1:15,1 Dream Vacation (US) - Dantesca Cla (IT)
2012 Livingston 28.512 E 1:19,8 Timberland (DE) - Blue Emotion (DE)
2013 Dabano As 26.250 E 1:16,0 Abano As (DE) - Drafi As (DE)
2014 Napa Valley 25.000 E 1:17,3 In Dix Huit (IT) - Nadja (IT)

Das Jahr 2002 markierte das Ende des Trabrennvereins Gelsenkirchen. Es setzte eine Abwärtsspirale ein, von der sich der deutsche Trabrennsport nicht mehr erholt hat. 2006 kollabierte der HVT. Auch für zweijährige Traber gab es fortan nichts mehr zu verdienen. So waren die Gewinnreichsten der letzten drei Jahre am Saisonende die Auktions-Rennen-Sieger, da in den Zirkelserien Pferde aus Italien, Holland oder Schweden dominierten.

Jahr Stute Gewinne Rekord Abstammung
2000 Peggie Sue Heikant 78.000 DM 1:17,9 Construction (US) - Annemarie Hazelaar (NL)
2001 Colonial Downs 73.440 DM 1:17,6 Allison Hollow (US) - Classic Tradition (US)
2002 Miss Hollywood 26.494 E 1:16,9 Strictly Business (SE) - Nilema Pearl (SE)
2003 Twilight Boshoeve 30.603 E 1:16,8 Armbro Goal (US) - Lines And Shadows (US)
2004 Playgirl November 71.938 E 1:15,3 SJ's Photo (US) - Little Ironlady (DE)
2005 Vita di Quattro 32.450 E 1:15,8 Bosphorus (US) - Face It (DE)
2006 Freya Kievitshof 23.200 E 1:17,2 Pine Chip (US) - Orchidee Boshoeve (DE)
2007 Ini Lou 17.600 E 1:18,1 Love You (FR) - INXS of Fire (DE)
2008 Little Rapid 21.229 E 1:18,2 Daguet Rapide (IT) - Lily White (US)
2009 Finca 12.800 E 1:16,0 SJ's Photo (US) - Marcella (DE)
2010 Lobell Countess 10.663 E 1:16,6 Abano As (DE) - Countess Diamond (DE)
2011 Enigma 14.730 E 1:17,4 Love You (FR) - Easy Way Sl (DE)
2012 Red Riding Hood 15.041 E 1:16,2 Quite Easy (US) - Heather Bi (DE)
2013 Stacelita 25.835 E 1:15,6 Infinitif (IT) - Beltane Hanover (US)
2014 Indira Bo 16.136 E 1:15,8 Revenue (SE) - Olivera (DE)

Wer die letzten 50 Jahre deutscher Trabrennsport miterleben durfte, der leidet schwer am heutigen Zustand des Rennsports in Deutschland. Andererseits besitzt er das Privileg, die schönen und erfolgreichen Zeiten miterlebt haben zu dürfen.