Laskari Winterfavorit 2015
vom 17.11.2015

(jg) – Wer hätte das gedacht? Ein 4.500 Euro Jährlings-Schnäppchen ist der Winterfavorit auf das Deutsche Traber-Derby 2016.

Trainer Maik Esper und der Berliner Rennstall Living Dream haben sich in den vergangenen Jahren schon so manchen Traum erfüllt. Nach Ganystar, Sieger im Bayern Pokal und St. Leger 2014, stellt der Stall nun mit Laskari den Sieger im Preis des Winterfavoriten 2015 und mit dem selbst gezüchteten Oscar Nasad auch noch den runner-up. Herz, was willst Du mehr?

Laskari wurde am 8. April 2013 auf dem Gestüt Lasbek geboren und von Dirk Schüller und Sven Block, Eigentümer des Stalles Living Dream, am 2. August 2014 auf der Derby-Auktion in Berlin-Mariendorf erworben. Für lächerliche 4.500 Euro! Im Nachhinein ein Auktions-Schnäppchen.

Lasbeker Zucht seit sechs Generationen

Laskari stammt aus einer Hengstlinie, die seit mehr als 40 Jahren im heutigen Lasbek zu Hause ist. Eigentlich sogar schon seit den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts, schließt man das alte Lasbek von Friedrich Bölck und seiner Tochter Mimi Weidner mit ein. Denn der aus Amerika importierte Legality, sechs Generationen in der direkten Vaterlinie von Laskari entfernt, bezog 1933 in Lasbek erstmals eine Beschälerbox. Der Hengst war 1930 von B.J. Alkemade auf der Old Glory Sale in New York zum Spitzenpreis von 18.500 Dollar ersteigert worden, und noch vor Eintreffen von Legality in Deutschland hatte Friedrich Bölck seinen damaligen Trainer Paul Finn auf Reise geschickt, um Legality für seinen Rennstall zu sichern. Legalitys Sohn Epilog, genannt der „deutsche Volomite“ und 12-facher Championvererber, deckte ebenfalls in Lasbek bis zu seinem Tod 1965.

Auch Lord Pit und Grimaldi, die Derby-Sieger 1967 und 1989 für die kaffeebraunen Farben des heutigen Lasbeks und Ur- bzw. Großvater Laskaris väterlicherseits, waren Lasbeker Geschöpfe. Ebenso Tschagga, zweifacher Breeders Crown-Sieger 2001 und 2002. Selten hat man ein Pedigree wie bei Laskari gesehen, dass dermaßen von einer Zuchtstätte bestimmt ist.

Über Laskaris Vater Tschagga bemerkten wir am Tage des Winterfavoriten überwiegend Achselzucken. So schnell wird vergessen. Dabei schlug der Hengst in der Breeders Crown einst einen für unschlagbar gehaltenen Oscar Schindler Sl und siegte auch in Vincennes, dem Mekka des Trabrennsports. Heute darf der 17jährige Tschagga seinen Lebensabend auf den Weiden seines Heimatgestüts verbringen. Züchterisches Interesse gibt es bereits seit Jahren nicht mehr an dem Hengst. Laskari entstammt seinem letzten Jahrgang.

Aus einer Stutenfamilie mit Saft und Kraft

Weitaus moderner stellt sich der Südpol von Laskaris Pedigree dar, der von der wenig geprüften Varenne-Tochter Dodoma angeführt wird. Lediglich fünf Starts, alle in Schweden und in den Geldrängen endend, absolvierte Dodoma, bevor sie 2010 erstmals der Zucht zugeführt wurde. Laskari ist ihr zweites Produkt. 2015 brachte die Stute ein Hengstfohlen nach Weltrekordtraber Muscle Hill und derzeit ist Dodoma tragend nach Cantab Hall.

Dodoma entstammt einer der erfolgreichsten Stutenstämme des Gestüt Laskeks der letzten Jahre. Ihre Mutter Tabora brachte 2007 Velten Couture v. Diamond Way, 1:13,0 – 91.450 Euro, den Derby-Vorausfavoriten und Zweitplatzierten im Europachampionat der Dreijährigen 2010, und 2008 Breeders Crown-Sieger Grumetti v. Varenne, 1:11,5 – 95.476 Euro. Als wenn das nicht genug wäre, kann Tabora des weiteren mit Boreas v. Coktail Jet, 1:13,2 – 933.253 NoK, auf einen erfolgreichen Nachkommen in Norwegen verweisen.

Ausgangspunkt der Mutterlinie in Deutschland ist die 1996 aus den USA eingeführte Premium Yankee v. Joie De Vie aus der Jahrgangs-Spitzenstute Yankee Mama v. Speedy Crown. Premium Yankee erreichte bereits zweijährig einen Siegrekord von 1:14,0 und über 100.000 Dollar Gewinne. Dies ist die Familie großer Vaterpferde wie z.B. Rodney, Muscles Yankee, Smokin Yankee, usw.

Das Pedigree:

http://thebloodbank.info/servlet/GetBBData?dam=668393&breed=warm&sire=tschagga