Mac Smily
vom 12.06.2017

(jg) – Durch die jüngsten Erfolge zahlreicher Lasbeker Derby-Pferde sollte Züchter / Besitzer Günter Herz Smilys jetzt wohl besonders gerne mögen. Dank Mac Smily! Lächelnd

Insbesondere nach den Siegen von Mac Smily im Adbell Toddington und von Miss Godiva in der Stutenabteilung dieses Klassikers sind die Erwartungen auf eine außerordentlich erfolgreiche Rennsaison für die Lasbeker Zucht gestiegen. Noch ist es für Komplimente zu früh, aber im Hinblick auf das Derby scheinen das Gestüt Lasbek und ihr tüchtiger Gestütstrainer Christian Lindhardt so gut wie nie zuvor gerüstet zu sein. Auch der zuletzt Heinz Wewering anvertraute Maxi Cup, die bei Joakim Lövgren stationierten Marduk und Mooney, sowie Motion Pure geben Anlass zu berechtigten Hoffnungen.

Das seit 1922 ausgetragene Adbell Toddington-Rennen, neben dem Buddenbrock und dem Derby Teil der „Dreifachen Krone“ im deutschen Trabrennsport, erlebte in diesem Jahr seine 88. Auflage. Zum dritten Mal in der Geschichte des Rennens, zuletzt 1975 durch All Smoke, konnten sich die braunen Lasbeker Farben in die Annalen verewigen.

Rennkarriere
Adbell Toddington-Sieger Mac Smily begann seine Rennkarriere am 9. März dieses Jahres mit einem Weile-Sieg in Hamburg in 1:18,2 / 2200 Meter. Die Unerfahrenheit des Pferdes machte seinen Anhängern 14 Tage später in einer PMU-Prüfung in Gelsenkirchen einen Strich durch die Rechnung. Als der Sieg eigentlich schon in sicheren Tüten schien, gab es doch noch eine überraschende Niederlage durch Katan.

Bei einem Ausflug auf die schwedische Derby-Bahn Jägersro Anfang April scheiterte Mac Smily an der ungewohnten Bänderstartmethode. Besser machte es der Hengst bei seinen nächsten drei Starts, die er alle siegreich beendete. Am 17. April in Hamburg in der Hand von Birger Jörgensen, am 7. Mai in Berlin in einem Breeders Course-Vorlauf und am 21. Mai an gleicher Stätte im Adbell Toddington.

Insbesondere die beiden jüngsten Siege in Berlin hoben Mac Smiley, zumindest vorläufig, auf den Thron seines Jahrgangs und machen den Hengst zum momentanen Derby-Favoriten. 1:13,1, erzielt auf der Derby-Bahn in Berlin, bedeuten deutsche Saisonbestzeit für dreijährige Pferde.

Brioni
Mac Smily ist ein Nachkomme des Lasbeker Eigengewächs Brioni, dieser wiederum ein Sohn Timberlands, der ebenfalls auf dem Gestüt Lasbek das Licht der Welt erblickte. Eine in der deutschen Traberzucht selten anzutreffende Konstellation von nunmehr drei Generationen erfolgreicher Traberzucht eines Züchters mit ein und derselben Hengstlinie.

Die Erwartungen an Brioni als Deckhengst waren enorm. Der letzte deutsche Elitlopp-Sieger und Gewinner von über 1,4 Millionen Euro wurde 2003 geboren und deckte erstmals 2011. Brioni stand nach unseren Recherchen dem bislang stärksten Jahrgang der deutschen Traberzucht in diesem Jahrhundert vor (u.a. Brioni, Russel November, Sir Karan, Classic Grand Cru, Corleone, Armstrong As).

Brioni und sein Vater Timberland führen zurück auf die Hengstlinie von Coktail Jet, dessen zahlreiche Söhne und Töchter in der französischen Traberzucht Woche für Woche unübersehbare Akzente setzen. Brionis Mutter Armbro Edith gehört der Familie der Mambrino Beauty an, u.a. Quell der amerikanischen Top-Vaterpferde Muscle Hill und Donato Hanover. Armbro Edith selbst zählt durch Brioni 1:09,7, Tipi 1:11,8, Addington 1:12,3, Wilford 1:12,1, Hinterland 1:11,3, Cumberland 1:12,2 und Laberius 1:14,8 zu den erfolgreichsten Zuchtstuten der deutschen Traberzucht.

Mit den ersten beiden Jahrgängen von Brioni konnte man nicht zufrieden sein. In Schweden läuft die talentierte vierjährige Västerbo Rainbow 1:14,5 und in Deutchland Kokette 1:15,5. Aber ein Hengst dieses Kalibers musste irgendwann Klasse produzieren. Nun hat Brioni mit Mac Smily und Miss Godiva, die Sieger im Adbell Toddington und in der Stutenabteilung des Klassikers, zum ersten Mal geliefert.

Smily
Die Mutter des jüngsten Adbell Toddington-Siegers, die 1997 geborene Smily, geht auf die 1914 geborene Miss Bertha Dillon zurück, bekannt als Stammmutter der berühmten Hanover Shoe Farm. Mac Smily ist ihr zehntes und letztes Produkt.

Smily besaß offenbar überdurchschnittliches Rennvermögen, das verrät jedenfalls ihr Formenspiegel. Warum der HVT ihren offiziellen Rennrekord mit 1:18,1 ausweist, bleibt das Geheimnis unseres Zuchtverbandes. Die Stute soll lt. Formenspiegel in Mariendorf 1:16,4 getrabt sein und gewann acht ihrer 17 Starts und verdiente dabei fast 20.000 Euro. Ihren bedeutendsten Erfolg erzielte Smily im mit 20.000 DM dotierten Bahrenfeld Cup am 9. Dezember 2001. Es war zugleich ihr Abschied von der Rennbahn.

In der Zucht wurde Smily, abgesehen von zwei Ausnahmen, ausschließlich mit Hengsten der Coktail Jet-Linie gepaart. Einmal mit Coktail Jet selbst, sechs Mal mit Coktail Jet-Söhnen und einmal mit Brioni, einen Coktail Jet-Enkel. Die Resultate waren fast immer unbefriedigend. Nur ihr zweiter Nachkomme, der 2004 geborene Connery v. Timberland, und ihr letztes Produkt, der 2014 geborene Mac Smily, wussten zu gefallen.

Connery begann seine Rennkarriere 2007 mit neun Siegen bei 13 Starts und holte sich später einen Rekord von 1:12,8 als Sieger in Solvalla. Insgesamt weist seine Bilanz 24 Siege in 54 Starts und fast 60.000 Euro Gewinne auf.

Auf Mac Smilys weitere Rennkarriere ist nicht nur Traber-News.com gespannt.