Paymybills Diamant mit erster Rendite
vom 09.04.2015

(jg) – Der erste große Sieger der Saison 2015 im deutschen Trabrennsport ist ermittelt. Paymybills Diamant aus dem Trainingsquartier von Paul Hagoort und in den Farben der Besitzergemeinschaft Radde, Holzapfel und Schwarz gewann das Schwarzer Steward-Rennen um 25.000 Euro am Ostermontag in Hamburg.

Bereits bei seinem zweiten Lebensstart vor neun Monaten hatte Paymybills Diamant aufhorchen lassen, als er in Gelsenkirchen ohne einen Cent Lebensgewinnsumme einen Tempolauf in 1:15,1 siegreich abschloss. Mittlerweile ist der Hengst weiter gereift. Paymybills Diamant, der Nennung für den Albers Wettbörse-Pokal und die Breeders Crown besitzt, die Nennungen für den 4/5j-Zirkel sind selbstredend noch nicht veröffentlicht, könnte eventuell der Shootingstar dieser Saison werden.

Aus der Hengstlinie von Garland Lobell
Paymybills Diamant repräsentiert in seinem Pedigree die klassischen amerikanischen Hengstlinien Speedy Crown und Super Bowl mit Garland Lobell on top. Der Hengst ist jeweils 4x3 auf Speedy Crown und Texas liniengezogen.

Sein Muttervater Prakas, Hambletoniansieger des Jahres 1985, gelangte 1992 nach Deutschland. Das war damals eine Sensation. Max Schwarz musste dafür tief in sein Portemonnaie greifen. Erfolgreichster Nachkomme von Prakas in Deutschland sind der vor Prakas’ Einfuhr geborene Tartas aus der Nevele Pride-Tochter Tarport Laurel und der 2000 geborene Oak General aus der Speedy Count-Tochter Fast Bee. Die weiteren Zuchtrennensieger von Prakas heißen Hannes Diamant (geb. 1993), Gabriele Diamant (geb. 1995), Prako Star (geb. 1995), Prosecco (geb. 1995), Daniel Diamant (geb. 1998), Goodluck Diamant (geb. 2002) und Ivanhoe Diamant (geb. 2004).

Paymybills Diamants Vater Conway Hall hat sich in der deutschen Traberzucht einen respektvollen Namen verschafft. Paymybills Diamant und Rene M Newport, der letztjährige Breeders Crown-Sieger des Jahrgangs 2012, könnten dem Vollbruder zu Andover Hall und Angus Hall zu einer außergewöhnlich erfolgreichen Saison 2015 in Deutschland verhelfen.

Die Mutterlinie ist das Glanzstück
Mit besonderem Stolz darf Züchter Max Schwarz auf die Mutterlinie seines neuen Star-Trabers blicken. Sie wird aufgemacht mit der 1994 vom Stall M.S.Diamanten eingeführten Nilema Pearl, eine schwedische Stute mit hervorragenden Renn- wie Zuchtmeriten.

Nilema Pearl ist verantwortlich für die schönsten Momente von Max Schwarz als Besitzer und Züchter von Trabrennpferden. In der Hand von Jochen Haide gewann Nilema Pearl 1994 das Charlie Mills Memorial (mit fünf Längen gegen Turnpike Taylor und Keller Lobell) und 1996 den Großen Preis von Bayern (mit sechs Längen gegen Appleton und Lincoln Park). Der Große Preis von Bayern war mit 200.000 DM dotiert und galt lange Zeit als eines der renommiertesten Trabrennen Deutschlands. Im gleichen Jahr war die Stute Zweite im Deutschen Traberchampionat (hinter Charmy Skeeter) und im Schweden Cup (hinter Foot Bowl).

In der Zucht setzte Nilema Pearl weitere Highlights. 2002 brachte sie mit Gustav Diamant v. SJ’s Photo das wohl beste Pferd der Diamanten-Zucht bislang. Der Gewinner von 555.572 Euro und jetzt in Langenmosen als Vaterpferd eingesetzte Hengst gewann zahlreiche große Prüfungen in Deutschland, Italien, Frankreich und Österreich.

Ein weiteres Ausrufezeichen setzte Nilema Pearl mit ihrer 2000 geborenen Tochter Miss Hollywood v. Strictly Business, die zweijährig für die Farben von Jürgen Hanke in der Breeders Crown triumphierte und sich dreijährig in der schwedischen E3-Serie platzieren konnte. Mittlerweile hat sich Miss Hollywood auch in der Zucht bewährt. Für das Gestüt Stormy Horses brachte sie 2007 die Breeders Crown-Siegerin des Jahres 2011, Stormy Pearl v. Credit Winner.

Mit Infinity Diamant zu unendlicher Größe?
Dieses kleine Wortspiel über die Bedeutung des Begriffs „Infinity“ sei uns gestattet, wenn wir zu Paymybills Diamants Mutter Infinity Diamant gelangen. Sie ist neben Miss Hollywood der einzige weibliche Nachkomme aus der Nilema Pearl.

Bereits zweijährig legte Infinity Diamant ihre Eignung für den Rennbetrieb ab. Ein Sieg bei insgesamt 11 Starts wollte aber nicht gelingen. Nach drei zweiten Plätzen zu Beginn ihrer Rennlaufbahn unter der Regie von Gerhard Biendl und zwei fünften Rängen im Rahmen der 2007 ausgetragenen Grand Slam-Rennserie wurde die Stute im folgenden Jahr nach Schweden entsandt, wo es bei drei Versuchen zu zwei Platzgeldern reichte. Infinity Diamant kam in die Zucht, wo sie hingehört.

Als ersten Partner erhielt sie 2009 SJ’s Photo, nach dem sie 2010 den bislang nur mäßig erfolgreichen Onemanshow Diamant brachte. Infinity Diamants zweites Produkt ist Paymybills Diamant v. Conway Hall, der nun zu größeren Taten ansteht. In der Warteschlange stehen noch zwei weitere Hengstnachkommen aus der Infinity Diamant, der 2012 geborene Rush Hour Diamant v. SJ’s Photo, im Training bei Wolfgang Nimczyk, und der Jährlingshengst Tiger Hill Diamant v. Muscle Hill. Sicherlich wartet das Gestüt M.S.Diamanten sehnlichst auf das erste Stutnachkommen aus der Infinity Diamant, um die mütterliche Linie der Nilema Pearl zu sichern.

Zum Abschluss unseres Berichtes möchten wir unseren Lesern auch einen Überblick auf die Erfolge dieser Mutterlinie außerhalb Deutschlands liefern. Insbesondere in Schweden hat sich die Familie von Nilema Pearl mit zahlreichen erstklassigen Pferden etabliert. Ihre Mutter, Nevele Duchess 1:12,5, geb. 1983 v. Nevele Pride, gewann 1987 den Axel Jensens Minneslopp in Norwegen und erreichte in Schweden „Elite Mare-Status“.

Die 1989 geborene Nilema Pearl v. Texas ist das erste Produkt der Nevele Duchess und war bereits vor ihrer Importation nach Deutschland ein Jahrgangsstar im skandinavischen Trabrennsport. Die Stute gewann dreijährig die Oaksrevanschen, vierjährig Derbystoet und Stosprintern und fünfjährig Fina Cup und Biri International. Nilema Pearls 2002 geborene Halbschwester Joy As v. Malabar Man gewann dreijährig die Breeders Crown, E 3, Guldstoet, Sommarfavoriten und Varfavoriten.

Aber nicht Joy As sorgte für weiteren Ruhm in der Zucht, sondern Nilema Pearls Halbschwestern Eternal Circle und Feeling Blue, beide Stuten stammen von Mack Lobell. Eternal Circle brachte den international auf höchster Ebene siegreichen Malabar Circle As und Feeling Blue den zu Beginn seiner Rennlaufbahn in Amerika erfolgreichen Artistic As, der später auch in seiner Heimat Schweden zu Ehren gelangte.

Das Pedigree des Siegers:

http://thebloodbank.info/servlet/GetBBData?breed=warm&trotter=paymybills+diamant