Thema: Europäische Züchterprämien
vom 13.10.2016

(jg) – In den letzten Wochen ist Traber-News.com des öfteren auf das Thema europäische Züchterprämien angesprochen worden.

Es ist offensichtlich ein Thema, das nicht nur deutsche Züchter mehr und mehr beschäftigt. Immer häufiger stellen Züchter fest, dass sie um den Lohn ihrer mühseligen Arbeit gebracht werden. Schlimmer noch, es sind ausgerechnet die sogenannten Züchtervertreter in den Verbänden, die ihnen den verdienten Lohn vorenthalten. Manche behaupten „stehlen“. Denn Züchterprämien werden tatsächlich gezahlt, nur sie fließen in die Kassen derer, denen die Züchterprämien nicht gehören.

In der Regel sind es nationale „Zuchtfonds“, die die Züchterprämien verwalten. In Deutschland beispielsweise reklamiert das Präsidium des Zuchtverbandes für sich allein das Recht, über die Verwendung des Zuchtfonds zu beschließen, obwohl die Satzung dies nicht eindeutig regelt. Der Begriff „Zuchtfonds“ findet in der Satzung nicht statt.

Wir möchten in diesem Zusammenhang daran erinnern, dass sich die Mitglieder des HVT bereits 2014 mehrheitlich für die Einführung einer europäischen Züchterprämie ausgesprochen haben. Der Auftrag wurde anschließend auf Bitten des HVT-Präsidenten vertagt, da ein gleichlautender Antrag seitens des holländischen Verbandes bei der U.E.T. gestellt worden war. Eine Unterstützung des holländischen Antrags hat es seitens des HVT damals nicht gegeben. Über den Auftrag der Mitgliederversammlung wurde anschließend der Mantel des Schweigens ausgebreitet.

Züchterprämien sind sinnvoll und notwendig. Ein Züchter muss investieren, vorfinanzieren und er trägt ein hohes finanzielles Risiko. Es gilt Ausfälle zu verkraften, die im Umgang mit Lebewesen unweigerlich eintreten. Eine finanzielle Kraftleistung also, die heute von den verbliebenen Züchtern nur unter großen Schmerzen ertragen wird.

Immer weniger Züchter sind dazu bereit. Die Anzahl der Züchter allein im Bereich des HVT hat sich in den letzten 10 Jahren mehr als halbiert. Von 783 im Jahr 2005 auf 314 im Jahr 2015. Die Anzahl der gedeckten Stuten im selben Zeitraum ist sogar um 65 Prozent rückläufig gewesen. Der Abwärtstrend hält unvermindert an. Es bräuchte keine exorbitante Ausschüttungsquote von bis zu 30 Prozent, wenn jedem Züchter die ihm zustehende Züchterprämie von 10 Prozent garantiert würde.

Die einfache und schlichte Lösung des Problems lautet: Der europäische Traber!

Es ist höchste Zeit für ein europäisches Gestütsbuch. Dann würde es keinen Unterschied machen, wo ich meinen Traber registrieren lasse und wo das Zuchtprodukt später sein Geld verdient. Züchter würden wieder Stuten kaufen und die Bedeckungszahlen würden rapide ansteigen. Kleinere Zuchtverbände würden aufblühen. Es wäre so einfach, man muss es nur wollen!

Das Thema europäische Züchterprämien sollte anlässlich der nächsten Generalversammlung der U.E.T. im Januar in Paris Priorität besitzen. Es liegt in der Hand jedes einzelnen Mitglieds, seinem nationalen Zuchtverband einen klaren Auftrag mit auf den Weg zu geben.