Thema: Paolo de Bellouet
vom 13.10.2016

(jg) – In unserem Newsletter vergangene Woche sprachen wir es an: Der meist beschäftigste Traber-Deckhengst der Decksaison 2016 in Deutschland, Paolo de Bellouet, besitzt keine Breeders Crown-Nennung.

Hengsthalter Günther Lühring schickte uns diesbezüglich folgende Begründung, die wir unseren Lesern nicht vorenthalten möchten:

„Ihre Frage bezüglich Breeders Crown-Rennserie hat durchaus ihre Berechtigung und ich will gerne darauf eingehen. Meine Absicht war, sozusagen zum „Nulltarif“ für kleine Hobbyzüchter, ein „bezahlbares“ Angebot zu machen, um ein wenig mehr Zuchtmotivation zu erzeugen und „schlummernde Reserven“ zu aktivieren, was mir ja auch gelungen ist. Dass es so erfolgreich geworden ist, konnte ich bei allem Optimismus wirklich nicht erwarten.

In der Regel waren es langjährige Insider, die sich offenbar angesprochen fühlten und die ihre eigenen Vorstellungen haben. Der „Vermarktungsgedanke“ spielte dabei nur eine untergeordnete Rolle. Die meisten Züchter sind selber langjährige Rennpferdehalter und wollen eher für den Alltagssport züchten.

An der Teilnahme am sogenannten „Besitzer-Roulette“ mit hoch dotieren Rennpreisen, bei denen man im voraus ständig erhebliche Einsätze zahlen muss, bestand wenig Interesse. Das konnte ich aus den Gesprächen mit den Stutenbesitzern entnehmen.

Sehr vielen Züchtern sind die Decktaxen der populären Hengste viel zu hoch, gemessen an dem, was es heute noch zu gewinnen gibt. Es hat auch keiner danach gefragt, ob Paolo de Bellouet eine Nennung zur Breeders Crown-Rennserie besitzt. Nicht ausschließen will ich, dass er eine bekommt, wenn es einige Züchter in Zukunft wünschen und sich seine Nachkommen gut zeigen.

Dies wäre vielleicht eine Anregung an den HVT, sich in diesem Sinne zu arrangieren, sozusagen als Förderung der Traberzucht, ähnlich wie ich es privat versucht habe. Denn für diese mit 300 Euro erbrachte „Dienstleistung“ kann man meinerseits sicher nicht von einem „Geschäftsmodell“ sprechen.

Ich wünsche den Züchtern viel Glück und Erfolg, damit deren „Preis-Hoffnungs-Verhältnis“ sich erfüllen möge!

Viele Grüße,

Günther Lühring